18380907 01 Storm Alpennordseite

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Foehn storm
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Alps and north of Alps
Time / Duration Long-time event
Date 07.09.1838 in the afternoon
Magnitude / Dimension >100km/h
Damage / Impact Great fire in Heiden, 129 burnt down buildings
Fatalities -
Injuries -
Report Source historical reports
Remarks -


Ereignis

18380907 01 Storm Alpennordseite 1838 land heiden.jpg
Urheber: Fitzi, Johann Ulrich

Eine neue Kirche in Heiden
Die Befürworter einer neuen Kirche bekamen Oberhand, und so konnte der Bau vergeben werden. Am 8. Mai 1838 begannen die Arbeiter den Turm aufzumauern.
Im September gleichen Jahres hatte der Turm schon eine ansehnliche Höhe erreicht, als plötzlich ein schreckliches Unglück über die Gemeinde hereinbrach.
Lehrer Michael Rohner hatte den schrecklichen Brand selber miterlebt und schilderte ihn so:

«Der 7. September 1838 war für die Bewohner Heidens ein Tag des Schreckens und Entsetzens.
Es war ein Viertel nach zwei Uhr nachmittags, als bei heftigem Sturme mit einem Male aus der Behausung des Schmiedes Johs. Frehner am Kohlplatz die Flammen emporloderten.
Wie es sich nachher herausstellte, müssen in der mangelhaft eingerichteten Schmiede durch eine Öffnung der Wand Funken in den Kohlenbehälter geflogen sein und die Kohlen entzündet haben.
Mit Windeseile verbreitete sich das Feuer auf die näher und entfernter stehenden Häuser, da der tobende Föhn die Flammen immer weiter trug und nach allen Seiten Verderben und Untergang brachte.
Furchtbar war das Wüten des entfesselten Elements, und keine menschliche Macht vermochte seinem raschen Vordringen Einhalt zu tun.
Vor Verfluss einer Stunde brannten sämtliche Wohnhäuser des Dorfes.
Nur mit grössten Anstrengung gelang es den zu Hülfe Herbeigeeilten, eines derselben vor gänzlicher Zerstörung zu bewahren.
Schon um drei Uhr standen Kirche und Turm in hellen Flammen, mit donnerndem Getöse stürzten die teilweise geschmolzenen Glocken in die Tiefe.
Selbst der neugebaute Turm wurde von den niederfallenden Trümmern beschädigt.
Auf eine halbe Stunde weit erstreckte sich die grausige Brandstätte, war doch das letzte vom Feuer verzehrte Gebäude die Mattenmühle.
Ein wohltätiger Regen stellte sich ein. Vom Dorfe, das 46 zum Teil neuerbaute Wohnhäuser zählte, blieben einzig das Haus zur «Harmonie» und das Schützenhaus verschont.
Die alte Kirche samt Turm und Glocken waren ein Raub der Flammen geworden, aber das Archiv im Turm und alle pfarramtlichen Schriften blieben unversehrt.
75 Wohnhäuser, 42 Ställe und 11 Nebengebäude, zusammen 129 Firste lagen in Schutt und Asche.
Vom Kohlplatz über das Dorf hin nach Untern bis zur Enge nur rauchende Trümmerhaufen, die der starke Regen langsam löschte.
403 Personen hatten ihr Obdach und fast alle Habseligkeiten verloren.»

Quelle: Vor 150 Jahren: Der Brand von Heiden von Hans Amann

Historische Quellen

Interna

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