18780603 01 Flood Ostschweiz

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Nordostschweiz
Time / Duration 24 hours
Date 03./04.06.1878
Magnitude / Dimension >150mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -


Ereignis

Überschwemmungen in der Nordostschweiz, vor allem im Kanton Zürich, mit Millionenschäden am Abhang der Forch, in Dietikon und dem Tösstal.
Ursache waren Hochgewitter mit intensiven Regenfällen. In Zürich wurden innert 24 Stunden 137mm Niederschlag gemessen.
Auch die beiden Basel, die Kantone St. Gallen, Thurgau und Aargau wurden betroffen.

Quelle: Gerhard Röthlisberger - Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz


Das Hochgewitter am 3. Juni 1878 das sich von West nach Ost quer durch die Schweiz zog.
Nachdem in der Nacht vom letzten Sonntag und zum Theil auch an den Tagen vorher reichlicher Regen gefallen war, entlud sich den 3. Morgens ein Wolkenbruch,
welcher sich von der Westseite des Uetliberges her kommend, in der Richtung der Zürichberg-Pfannenstiel-Kette nach dem Almann hinzog.
Die Reppisch, Aa, Jona und Töss schwollen ausserordentlich an, und verursachten, sowie deren Seitenbäche, bedeutenden Schaden.

Auch die Bäche am Westabhange des Zürichberges, welche sich mit starkem Gefälle ins Zürichseebecken ergiessen, wurden zu wilden Wassern.
Da ist es wohl der Dorfbach in Küssnacht, dessen Fluthen am meisten Verheerungen anrichteten und nicht nur die Gärten und Häuser im untern Theile des Dorfes mit Geröll und Sand überführten,
sondern auch viele Wohnungen bedrohten. Von der Brücke der Seestrasse an füllte sich das etwas höher als das umliegende Gelände liegende Bachbett mit zahllosen Baumstämmen und grossen Steinen
auf eine Strecke von einigen hundert Schritten aufwärts auf eine beträchtliche Höhe an, indem der Waldstrom rechts und links ausbrach
und besonders in der Richtung gegen Norden zwischen den Häusern und Gärten des schönen Dorfes hindurch sich ein neues Bett höhlte
und mehrere Häuser wegriss, während der Zweig nach Süden Sand, Schlamm und Wasser über die Felder ausbreitete.

Der Bach hat im untern Theil starkes Gefälle und circa sechs Kilometer Länge. Immerhin war die Catastrophe zum Glück nicht so schrecklich, wie am 8. Juli 1778,
wo sich in Folge eines Wolkenbruches der Küssnachter Dorfbach in einer Höhe von sechs Metern durch das Dorf hinunterwälzte, wobei 63 Personen das Leben verloren.

In ähnlicher Weise hausten, den kleinern Wassermengen entsprechend weniger gefährlich, der Goldbach und die andern Bäche; der Hornbach in Riesbach,
bei welchem es gelang, die Brücke an der Seestrasse offen zu halten und so die gefahrbringende Stauung zu vermeiden, richtete weiter oben durch Abreissen der Ufer bedeutenden Schaden an.
Sein Sammelgebiet ist doppelt so gross, als dasjenige des Baches in Küssnacht, sein Gefälle mehr vertheilt.

Alle diejenigen Bäche, welche den eigentlichen Zürichberg entwässern, an dessen Abhängen die Gemeinden Hottingen, Fluntern und Oberstrass liegen,
waren seit Durchführung der Canalisation der Ausgemeinden und in Zürich an der Grenze des Bauterrains von Dohlen aufgenommen worden,
deren Querschnitt auch für aussergewöhnliche Wassermengen genügend ist und welche dieselben durch das städtische Canalnetz in die Limmat zu führen bestimmt sind.
In Folge des plötzlichen Anschwellens dieser Bäche, wurde so viel Geschiebe und Holz mitgerissen,
dass durch dasselbe die obersten Dohleneinläufe verlegt wurden und sich die Wasser über den Dohlen weg längs der Strassen in die Gemeinden Hottingen, Riesbach, Fluntern, Stadt, Unterstrass, hinunter ergossen.
Alle Bergstrassen waren in Bäche verwandelt, welche Geröll, Kies und Schlamm führten, die tiefer gelegenen Punkte und Keller mit Schlamm und Wasser füllend.

Während es nach einigen Stunden gelungen war, den Wolfbach Einlauf frei zu machen und das reichliche Wasser wieder in die Dohle einzuführen,
floss der von Fluntern kommende Häldelibach auf einer Länge von 1200m über Strassengebiet (längs der Rämistrasse) hinunter nach dem See.

Erst nachdem die Wassermenge bedeutend abgenommen hatte, wurde er oberirdisch in das Wolfbachbassin eingeführt.
Dieses Bassin nimmt die Dohlen des Wolfbaches, des Hinterbaches und Häldelibaches auf, diente bisher als Sicherheitsventil gegen übermässigen Wasserdruck
und hielt das zugeführte Geschiebe, Schlamm und Holz zurück.
Sein Abfluss bildet der Wolfbachcanal, der durch die dichtest bebauten Theile der Stadt nachdem städtischen Haupt-Sammelcanal und mittelst eines Hochwasserüberlaufes direct nach der Limmat führt.
Der Querschnitt des Wolfbachcanales war, wie wir einem Vortrag von Stadtingenieur Bürkli entnehmen, seinerzeit für einen Gewitterregen von 125 Liter pro Secunde und Hectare berechnet worden.
Um den später eingetretenen Verhältnissen zu genügen, hatte Herr Bürkli die Erstellung eines Ueberlaufcanales vorgeschlagen,
welcher das Hochwasser aus dem Bassin auf kürzestem Wege nach dem See ableiten würde, der aber bis jetzt noch nicht zur Ausführung kam.
Quelle: Band 8 (1878): Die Eisenbahn = Le chemin de fer



Austritt des Wildbaches bei der Seefeld-Strasse in Zürich am 3. Juni 1878
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© Johannes Weber

Messdaten

Übersicht Regenmengen >68mm vom 3. Juni 1878
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© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Übersicht Summe Regenmengen vom 3. und 4 Juni 1878
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© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Küsnacht ZH: Hochwassermarke Hochwasser 1878 (Aufnahme vom Dezember 2012):
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© Adrian Michael

Küsnacht nach der Überschwemmung vom 3. und 4. Juni 1878:

Das zerstörte Rebgelände links des Dorfbachs, Blickrichtung Hornweg und See
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Das zerstörte Gebiet westlich der reformierten Kirche
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Blick auf das Überschwemmungsgebiet dorfbachaufwärts Richtung Seminargebäude
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Zerstörte Reben mit Blick auf den Zürichsee
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Aufräumarbeiten auf dem verwüsteten Gelände westlich der reformierten Kirche. Die Situation bei der Einmündung der Dorf- in die Seestrasse:
Im Mittelpunkt die heutige Liegenschaft Leuthold, in deren Fassadenputz an der Dorfstrasse der damalige Hoschwasserstand eingritzt ist.
Im Hintergrund die Schulhäuser Heinrich-Wettstein-Strasse und Wiltisgasse.
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Aufräumarbeiten am Küsnachter Dorfbach, westlich der reformierten Kirche
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Aufräumarbeiten auf dem verwüsteten Gelände an der heutigen Seestrasse
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© Traugott Richard



Analyse von R. Billwiller

Die Niederschläge vom 3. Juni 1878 in der Nordostschweiz.

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© MeteoSchweiz

Seit den Tagen vom 10.-12. Juni 1876, wo anhaltende enorme Regengüsse in der Nordostschweiz in Folge von Ueberschwemmungen mannigfache Verheerungen anrichteten, waren noch nicht ganz zwei Jahre verflossen,
als am 3. Juni 1878 wenigstens ein Theil des gleichen Gebiets abermals von einer ähnlichen Katastrophe heimgesucht wurde.
Eine Zusammenstellung aller über die gefallenen Regenmengen vorhandenen Daten lohnt diesmal um so mehr, als auf eine bezügliche Anregung des Herrn C. Müller,
Chef des statistischen Bureaus in Zürich, sowie des Unterzeichneten anlässlich der Ereignisse vom Juni 1876 innerhalb kurzer Zeit ein ganzes Netz von Regenstationen im Kanton Zürich entstanden ist.

Die Zahl dieser theils auf Staats-, theils auf Gemeinds- oder Privatkosten angeschafften und nach möglichst einheitlichen Gesichtspunkten aufgestellten Regenmesser betrug im Juni dieses Jahres 36.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Zahl, wie man dies schon nach anderweitigen Ergebnissen annehmen konnte, durchaus nicht überflüssig gross ist.
Sowohl die Monats- und Jahressummen als namentlich auch die einzelnen Tage zeigen auf dem so stark coupirten Terrain unseres Alpenlandes sehr grosse Variationen auf ganz kurze Distanzen.
Es ist desshalb eine Vermehrung der Regenstationen auch in andern Theilen der Schweiz nicht nur zur Lösung wissenschaftlicher Fragen, sondern auch in praktischem Interesse, wie bei Flusscorrectionen, Wasserversorgungen etc. durchaus wünschenswerth.
Speciell zu wünschen ist, dass bei hydrometrischen Untersuchungen, wo das Verhältniss der Abflussmengen zu den Niederschlagsmengen von Bedeutung ist,
letztere für ein ganzes Flussgebiet aus dem wahrscheinlichsten Mittelwerth der Ergebnisse einer Mehrzahl von Stationen und nicht schlechthin aus den Messungen einer einzigen entnommen werden, in welch letzterem Falle die Annahme bedeutend von der Wirklichkeit abweichen kann.

Der Zufall hat es gefügt, dass die Maximalzone des Regengebiets vom 3. Juni 1878 gerade in das jetzt ziemlich dichte Netz der Regenstationen des Kts. Zürich fiel.
Aus nachstehender Tabelle, welche sowohl die Messungen dieser, als einiger benachbarter schweizerischer und süddeutscher Stationen für die Tage vom 2.- 5. Juni 1878 gibt,
ist vor Allem die sehr bedeutende Verschiedenheit in der Quantität der gefallenen Wassermassen an den einzelnen Orten bemerkbar.
Für den 3. Juni, der fast durchgängig der regenreichste Tag jener Periode war, an einzelnen Orten, wie in Einsiedeln, Vitznau, Altdorf, Beatenberg zeigte sich der 4. in Folge localer Gewitterregen ergiebiger,
varieren die Regenmengen innerhalb des Kts. Zürich von 17mm (Rheinau) bis 142 mm (Uster), also um den achtfachen Betrag des Minimums.

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© MeteoSchweiz

Die Intensität des Niederschlags zeigt nicht nur sehr bedeutende locale Differenzen, wie aus den obigen Zahlen hervorgeht, sondern sie war auch an ein und demselben Ort in den einzelnen Zeitmomenten sehr verschieden.
Während sich bei den anhaltenden Regengüssen im Juni 1876 eine stetige Zu- und Abnahme der Intensität geltend machte, schwankte dieselbe am 3. Juni des Jahres innerhalb kurzer Zeitintervalle sehr stark.
Das Maximum der Intensität wurde in der Umgebung Zürichs zwischen 11 und 12h Vorm. constatirt; im Süden des Kantons trat es erst Nachmittags ein;
doch fällt die gesammte Regenmenge des 3. Juni auf den meisten Stationen zum weitaus grössten Theil (zu über 90%) auf die Zeit zwischen 7.00 Vorm. und 19.00 Ab.
Aus der beigegebenen Karte ersieht man, dass die Zone mit über 50mm Regenmenge sich als ziemlich breiter Streifen durch die ganze Nordschweiz zieht.
Nach Norden und Süden nimmt die Regenhöhe ab, nach Süden indessen viel rascher; die Stationen südlich der Alpen zeigen am 3. Juni theils gar keinen, theils nur sehr wenig Niederschlag.
In der Gegend von Basel und Reiden zeigen sich locale Maxima, deren Ausdehnung mangels an Stationen nicht festgestellt werden kann.
Die Maximalzone von 100mm und darüber erstreckt sich über den südöstlichen gebirgigen Theil des Kts. Zürich.
Das absolute Maximum hat zwar die flachere Gegend zwischen Pfäffiker See und Greifensee (Station Uster mit 142mm);
doch hindert dies nicht die Zunahme der Regenmenge gegen Süden hin der Stauung zuzuschreiben, denn die Wirkung der letztern macht sich nicht nur unmittelbar an den Gebirgsabhängen, sondern auch rückwärts geltend.
Ein wenig ausgedehntes secundäres Maximalgebiet zeigt sich am südöstlichen Abhang des Zürichberges (Sternwarte 137mm). Hier wurden in der Zeit von 11.00 - 11.45 Uhr Vorm. 33.5mm gemessen, was per Minute circa 0.75mm ergiebt.

Herrn Stadtingenieur Bürkli verdanken wir die Aufzeichnungen eines von ihm an der Sihl in Zürich aufgestellten, von 10 zu 10 Minuten registrirenden Regenmessers.
Aus denselben ergiebt sich für die Zeit des Maximums:
von 11.20 - 11.30 eine Regenmenge von 205 Liter / Hectare und Secunde.
von 11.30 - 11.40 eine Regenmenge von 95 Liter / Hectare und Secunde.
von 11.40 - 11.50 eine Regenmenge von 110 Liter / Hectare und Secunde.

Eine solche Intensität des Niederschlags, und nach den Messungen auf der Sternwarte muss sie wenigstens für einen Theil der Umgebung Zürichs noch erbeblich grösser angenommen werden, bringt auf unserm Terrain notwendig Katastrophen mit sich.
Es haben auch in der That namentlich an den Abhängen des Zürichbergs durch fast momentanes Anschwellen aller Bäche grosse Verheerungen stattgefunden.
In Küssnacht, wo dieselben am bedeutendsten waren und die dort fast genau ein Jahrhundert früher (8. Juli 1778) stattgehabte ähnliche Katastrophe lebhaft in's Gedächtniss zurückriefen, ist leider kein Regenmesser aufgestellt.
Indessen liegt keine Notwendigkeit vor die Regenmenge für die dortige Gegend höher anzuschlagen als in Zürich,
da nämlich der Dorfbach in Küssnacht ein sehr grosses Sammelgebiet hat und das Bachtobel in weiche Molasse eingeschnitten und sehr reich an Moränenschutt ist,
Zudem erwies sich die Brücke der Landstrasse zu eng, so dass das Wasser sich stauen und über das Kulturland und das Dorf ergiessen musste.

Wie die Erklärung localer meteorologischer Phänomene überhaupt sehr schwierig ist, so gilt dies ganz besonders für die aussergewöhnlich starken Niederschläge.
Die dabei «massgebenden Factoren sind, weil meist nur Daten über den Zustand der untersten atmosphärischen Schichten vorliegen, nur sehr unvollständig bekannt.

Ich beschränke mich desshalb auf folgende Andeutungen: Am Vormittag des 3. Juni 1878 finden wir über Centraleuropa eine ziemlich gleichmässige Verteilung des etwas über 760mm betragenden Luftdrucks.
Innerhalb dieser weiten Zone zeigt sich jedoch im westlichen Theil von Mitteldeutschland (Pfalz, Nassau) eine zwar ganz geringe Depression von 1 - 2 Millimetern, um welche indessen, wie aus der dem Wetterbericht der Deutschen Seewarte beigegebenen Karte zu ersehen ist, eine deutlich ausgesprochene Bewegung der Luft in dem der Bewegung des Uhrzeigers entgegengesetzten Sinne stattfindet: überdies zeigt die Karte, dass der Himmel im Westen und Süden dieses Gebiets bedeckt, im Süden zugleich regnerisch ist.
Wir haben also vollständig die charakteristischen Eigenschaften eines barometrischen Minimums.
Eine fortschreitende Bewegung dieser Depression ist nun aber bis zum Vormittag des 4. nicht wahrzunehmen; die Karte dieses Tages zeigt in der betreffenden Gegend fast durchgehends dieselben Luftdruck- und Windverhältnisse.

Auch auf unsern Stationen der Nordschweiz bleibt der Barometerstand, nachdem er in der Nacht vom 2. auf den 3. um etwa 1mm gefallen, beinahe stationär.
Da indessen im Süden der Alpen der Luftdruck etwas grösser ist, so macht sich wie immer in analogen Fällen eine durch die Aspiration bewirkte südliche Luftströmung längs der nördlichen Alpenterrasse geltend.
Dieselbe wird von mehreren Beobachtern in ihren Notizen ausdrücklich hervorgehoben, zum Theilauch als Föhn bezeichnet.
Im Thal war diese Luftströmung zwar durchgehends sehr schwach; auf höher gelegenen Punkten erreichte sie, vielleicht unter dem Einfluss eines am Vormittag des 4. über Irland sich zeigenden, tieferen barometrischen Minimums (755mm), eine erhebliche Intensität.
So notiren die Bergstationen Chaumont und Gäbris den mittleren Intensitätsgrad 2.
Auf dem sehr frei gelegenen tellurischen Observatorium zu Bern registrirte das Anemometer, nachdem im Laufe des frühern Vormittags der Wind von SE durch S nach SW übergegangen war,
in den 6 Stunden von 9.00 Vorm. - 15.00 Nachm. einen Weg von 191,9 Kilometern, was circa 9 Meter per Secunde ergibt.
Es lässt sich nun nicht ohne Grund annehmen, dass durch das Zusammentreffen dieser südlichen Luftströmung mit dem feuchten aufsteigenden Strom der im Norden der Alpen liegenden stationären Depression,
d. h. durch das Eingreifen der erstern in immer tiefere Luftschichten und durch Mischung mit denselben der Condensationsprocess sehr befördert wurde und so Veranlassung zu den enormen Regengüssen gab.

Die Erfahrung scheint darauf hinzuweisen, dass gerade die stationären barometrischen Minima, wenn sie noch'so unbedeutend scheinen, oft mit sehr heftigen Gewitter- und Condensationsprocessen verbunden sind.
Ich erinnere hier nur an die Gewitter vom 31. August 1877, sowie vom 9. September dieses Jahres, welche bei fast absoluter Windstille sehr heftig und langanhaltend waren, und gleichfalls im Gefolge einer sehr schwachen und beinahe stationären Depression auftraten.
Wie im Juni 1876, so waren auch die Regengüsse vom 3. Juni dieses Jahres mit electrischen Entladungen verbunden, die aber, ganz wie damals, sich nur in den höhern atmosphärischen Regionen manifestirten.
Ueber Zürich machte sich am 3. Juni das Hochgewitter von 9.30 Vorm. - 15.30 Nachm. durch anhaltendes aber nur schwaches Donnern und Blitzen bemerkbar.
Zürich, im November 1878.

Quelle: MeteoSchweiz

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1878

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