19100614 01 Flood Zentral- und Ostschweiz

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Central Switzerland and Eastern Switzerland (21 cantons affected)
Time / Duration several days
Date 14.-17.06.1910
Magnitude / Dimension catastrophic (>200mm of rain in 24 hours)
Damage 16 millions Swiss franc in those days (For that time an enormous sum)
Fatalities 27
Injuries -
Report Source old postcards, chronicles, general archive,
Remarks -


Ereignis


Hochwasserkatastrophe in 21 Kantonen der Alpennordseite. Die West- und Südwestschweiz blieben weitgehend verschont.
Ursachen waren extreme Regenfluten und Wolkenbrüche. Verschärft wurde die Situation durch eine abnorme Schneeschmelze auf die ohnehin schon vollgesättigten Böden.
Allein der Schaden an Strassen, Brücken und Gewässern betrug, in damaliger Währung, 7.6 Millionen Franken, der Schaden an privatem Besitz 5,5 Millionen
(ohne die begüterten Privaten, Industrien und ohne die Schäden der Gemeinden und der SBB).
Die totale Schadensumme erreichte die Höhe von 16 Millionen Franken, eine für die damalige Zeit ungeheure Summe.

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Quelle: Gerhard Röthlisberger - Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz

Die Auswirkungen der Hochwasser nach Einzugsgebieten:

Rhein: Im Bündnerland wurde der nordöstliche Teil des Kantons, das Prättigau, der Schanfigg und die Landschaft Davos katastrophal getroffen.
Wasser - und Rüfenschäden notierte man ferner in der Herrschaft, der Region Pfäfers-Ragaz un im St. Galler Rheintal.
Der hohe Wasserstand des Bodensees dauerte wochenlang an und führte in den ufernahen Gebieten zu schweren Überflutungen.
Vom Bodensee abwärts bis Basel verursachte der Rhein und etliche Zuflüsse bedeutende Beschädigungen.

Thur: Ausbrüche fast aller Bergbäche sowie zahlreiche Rutschungen schon im Oberlauf des Toggenburgs und in den Einzugsgebieten der Sitter und der Töss.
Ab Bischofszell ereigneten sich zahlreiche Dammbrüche mit "Seenbildung"

Aare: Schäden bereits ab dem Hasli- und Gadmertal. Vom Thunersee an während längerer Zeit eine einzige Sumpffläche.
Ungewöhnliche Wassermengen brachten auch die Emme und deren Zuflüsse sowie die Langeten, Rot, Wigger, Wyna und andere Bäche.
Insgesamt wurde das Emmental in diesem Jahr zehnmal von Unwettern und Hochwassern heimgesucht.

Reuss: Katastrophal getroffen wurde das ganze Schächental und der untere Teil des Urner Reusstales von Amsteg an abwärts.
Eine Mutter und ihre zehn Kinder konnten nur noch tot geborgen werden.
Auch die Muota und ihre Nebenbäche sowie die Engelberger Aa und die Melchaa brachten verheerende Wasser- und Geschiebemengen.
Die ufernahen Gebiete am Vierwaldstättersee wurden überflutet, ebenso die Reussebene ab Gisikon (LU) bis Bremgarten (AG).

Linth und Limmat: Das Glarner Linth- und Sernftal gehörten zu den am schwersten betroffenen Gebieten.
Hochwasserschäden verursachten auch die Seez und alle Bergbäche im Einzugsgebiet des Walensees und des Linthkanals.
Der Zürichsee hatte einen so hohen Wasserstand, dass er alle Uferstellen überflutete; die Limmat von Zürich bis Baden(AG) überschwemmte zahlreiche Industriebetriebe.
Die Sihl und ihre Nebenbäche überbordeten schon weit oben im Quellgebiet.
Die ganze Talsohle zwischen Euthal und Egg war ein einziger See.

Quelle: Gerhard Röthlisberger - Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz

Das Prättigau gedenkt der Hochwasserkatastrophe
"Im Juni 1910 wurde der Kanton Graubünden, insbesondere das Prättigau von einem Jahrhunderthochwasser heimgesucht. Fachleute sprechen sogar von einem Jahrtausendereignis. Von Klosters bis Landquart wurden insgesamt 15 Brücken weggerissen, sodass die Eisenbahn- und Strassenverbindung Landquart–Küblis während Wochen unterbrochen und unpassierbar waren. Ausgelöst wurde die Hochwasserkatastrophe von heftigen Regenfällen, die am Montagabend des 13. Juni einsetzten und mit geringen Unterbrechungen bis am Mittwochvormittag andauerten. In der Höhe wehte der Föhn, sodass die Schneemassen zerflossen, Rüfen losbrachen, in die Töbel stürzten und diese zu reissenden Wildbächen anschwellen liessen. Am stärksten betroffen von diesen sintflutartigen Niederschlägen war der Rätikon, was zur Folge hatte, dass nicht nur das Prättigau, sondern auch das Vorarlberg, insbesondere das Montafon und das Klostertal von der Hochwasserkatastrophe heimgesucht wurden. Auch in diesen Tälern wurden nahezu alle Brücken zerstört, Strassen weggerissen und die Eisenbahnlinie Bludenz - Schruns, die 1904 in Betrieb genommen worden war, war dermassen beschädigt, dass damals eine Wiederinbetriebnahme in Frage gestellt wurde."
Quelle: vilan24.ch

Schrecklich Kundschaftszeichen
"Bereits am Dienstag, 14. Juni wälzten die Seitenbäche ungeheure Mengen Holz, Steine und Schutt zu Tal. Die Landquart stieg von Stunde zu Stunde. Um die Wucht der Schlamm- und Wasserwogen zu brechen, wurden Bäume eingehängt und am Ufer mit Ketten, Glockenseilen und Aluminiumdrähte der Kraftleitungen festgebunden. Dazu Mathias Thöny, Redaktor der Prättigauer Zeitung und Feuerwehrkommandant von Schiers, der zur Eindämmung des Schraubachs Tag und Nacht Einsatz war: "Und nun ging auch noch das Bindematerial aus. Schon hatte man alle erhältlichen Ketten und Stricken, die Glockenstränge aus dem Kirchturm, die Rettungsseile der Anstalt aufgebraucht. Da erhielt in der höchsten Not die Elektrische Abteilung der Feuerwehr den Befehl: Schneidet die Aluminiumdrähte der Kraftleitung herunter! Unterdessen stürzte der rechtseitige Pfeiler der eisernen Bahnbrücke ein... Über die Verheerungen im innern Prättigau brachte die Landquart Nachricht, und welche! Auf unmessbaren Wassermassen schwammen sie daher, die schrecklichen Kundschaftszeichen: Kommoden, Kinderwagen, Fässer, Tierkadaver, Hausgebälk..." Vom Ausmass der Katastrophe können wir uns 100 Jahre später anhand des Fotomaterials ein ungefähres Bild machen"
Quelle: vilan24.ch

Von Umwelt abgeschnitten
"Mehre Tage nach der Katastrophe war das Prättigau von der Umwelt abgeschnitten. Klus und Fuchsenwinkel waren unpassierbar, Telegraf- und Telefonleitungen zerstört, die Bahnlinie zwischen Landquart und Küblis war vom Hochwasser zerstört und Brücken und Strassen weggerissen. Nach Küblis musste man von Schiers aus den Umweg über Buchen - Luzein machen und in die Herrschaft und nach Chur gelangte man nur über Seewis - Fadära - Malans. Am 9. Juli fuhr die Bahn wieder bis Pardisla, am 13. bis nach Schiers und am 1. August bis Küblis, sodass die Strecke Landquart - Klosters- Davos wieder durchgehen befahrbar war. Die Schäden wurden auf über eine Million Franken geschätzt. Ungefähr die Hälfte entfiel laut Thöny auf die Rhätische Bahn. Zwei Sägen waren zerstört, ein Dutzend Häuser und Ställe weggerissen, Wiesen. Äcker und Gärten weggespült oder mit Schlamm und Steinen bedeckt. Im Prättigau waren diesem Zeitpunkt 500 Mann mit 20 Offizieren an der Arbeit. Im Felsenbach kam in der Nacht ein Soldat des Geniebataillons 6, der mit Proviant von Malans unterwegs war, ums Leben. Beim Überschreiten des Geleises soll er einen Fehltritt getan haben, sodass er vor den Augen seines Kameraden plötzlich in den Fluten verschwand."
Quelle: vilan24.ch


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Quelle: Das Hochwasser 1910 in Graubünden GraNat



Aus dem Urner Wochenblatt:
Was der Frühling begonnen, setzt der Frühsommer fort. Der Juni verspricht dann endlich eine milde Witterung.
Tauwetter setzt in den Bergen ein. Am 12. Juni gesellt sich jedoch ein warmer Regen dazu, der bis in die hochalpine Gletscherregion hinauf die Schneeschmelze beschleunigt.
In der Nacht vom 14. auf den 15. Juni 1910 setzen über dem unteren Reusstal und dem Schächental starke Gewitter ein. Das Unglück nimmt nun seinen Lauf.
Im Altdorfer Bannwald bringt der durch die lang anhaltenden Regengüsse angeschwollene Milchbach im Kapuzinertal das angehäufte Geröll in Bewegung.
Zwei Rüfen gehen nieder, die dritte zerstört um 1.00 Uhr nachts auf Brunegg das Haus der Familie von Briefträger Josef Ziegler.
Die Ehefrau und zehn Kinder werden durch die Gewalt der Natur getötet. Eine Tochter kann lebend aus den Schuttmassen geborgen werden, stirbt jedoch am gleichen Tag im Fremdenspital.
Zwei Knaben überleben unverletzt wie auch der Vater und die älteste Tochter, da sie in der Unglücksnacht nicht zu Hause waren.
Vater Josef Ziegler verrichtete als Briefträger im Postgebäude den Nachtwächterdienst. Die älteste Tochter Agnes hatte eine Anstellung in Flüelen.
Die Katastrophe nimmt an mehreren Orten im Urner Unterland und Schächental ihren Fortgang.
Das Unwetter sollte jedoch keine Menschenleben, sondern nur noch immensen Sachschaden fordern. Eines wird bald klar: Es ist die grösste Hochwasserkatastrophe seit 1861.
Quelle: Bauernopfer zugunsten der Munitionsfabrik Urner Wochenblatt, 04.06.2010


Bilder

Linthhochwasser im Kanton Glarus

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Kartenquelle: Google / Bearbeitung: Kai Kobler

1. Brummbach in Linthtal
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2. Brummbach in Linthtal
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3. Eisenbahnlinie bei Luchsingen
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4. Die Linth bei Luchsingen
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5. Die Linth bei Luchsingen
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6. Die Linth bei Nidfurn-Haslen
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7. Krauchbach bei Matt
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8. Mühlebachrunse bei Engi
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9. Geissgäden bei Engi
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10. Inselpark bei Schwanden
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11. Bahnhofbrücke bei Schwanden
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12. Sägerei im Mühlefuhr in Schwanden
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13. Hier befand sich die Mühlebrücke in Schwanden
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14. Zerstörte Holensteinbrücke bei Ennenda
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15. Kaltbachrunse bei Ennenda
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16. Die Alpenbrücke bei Glarus
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17. Näfels beim Freulerpalast
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18. Liegenschaft Stampf in Näfels
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19. Schulplatz in Näfels
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Quelle: Bildergalerien Linth - Escher - Stiftung


Landquarthochwasser im Kanton Graubünden (Prättigau)


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Kartenquelle: Google / Bearbeitung: Kai Kobler

1. Während dem Hochwasser vom 14. Juni 1910 hob die Dalvazza-Rüfe die im Bau befindliche Post Dalvazza (Holzhaus)
aus den Fundamenten und überschüttete das Gelände mit Holz, Schutt und Steinen
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2. Durch Genietruppen erstellte Lehnenbrücke bei Dalvazza. Gesamtlänge 100 Meter.
An der Stelle, wo im Bild die Landquart fliesst, befand sich ein sechs Meter hoher Eisenbahndamm (punktierte Linie)
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3. Während dem Hochwasser vom Juni 1910 führte die hochgehende Landquart an verschiedenen Orten zu massiver Ufer-Erosion.
So unterspülte sie unter anderem bei Fideris die entlang des Flusses verlaufende RhB-Linie
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4. Im Juni 1910 fügte die hochgehende Landquart dem Bahnhof Jenaz schwere Schäden zu
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5. Während dem Hochwasser vom Juni 1910 wurde die RhB-Brücke über den Schraubach zerstört
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6. Während dem Unwetter vom 14. Juni 1910 wurde Grüsch durch den Taschinasbach verwüstet
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7. Blick von Fanas in die Ebene von Grüsch
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8. Grüsch
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9. Schwere Schäden an Gebäude und Strasse im Bereich der Katholischen Pfarrkirche St. Joseph in Seewis-Pardisla
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10. Während dem Hochwasser im Juni 1910 strömte die hochgehende Landquart mit brachialer Gewalt durch die Klus.
Bei der Lokalität «Felsenbach» räumte sie die RhB-Brücke aus dem Weg
Reste der 1910 beim Hochwasser zerstörten Brücke bei Felsenbach. Das Militär erstellte eine Notbrücke
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11. Im Juni 1910 brach die hochwasserführende Landquart im Raum Igis-Landquart
aus ihrem Flussbett aus und zerstörte unter anderem die SBB-Brücke über die Landquart
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Quellen: Bildergalerien GraNat
vilan24.ch

Sihlhochwasser im Kanton Zürich


Das Hochwasser an der Sihl bei Zürich, Blick vom Höngg
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Quelle: Höngger OnlineFoto: Thomas Mattli, Staatsarchiv Zürich

Blick vom Höngg in die Ebene
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Die hoch gehende Sihl 1910 bei den Durchlässen am Zürcher Hauptbahnhof mit ausgeschöpfter Abflusskapazität
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Platzspitz
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Fuhrwerk in Altstetten
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Quelle: Kanton Zürich

Sihl bei Adliswil
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Quelle: Hochwasser in Zürich und Adliswil


Die enormen Wassermassen konnte auch die Limmat in Ennetbaden nicht mehr schlucken
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Quelle: Ennetbadener Post

Hochwasser des Vierwaldstättersee


Das Hochwasser in Luzern am Vierwaldstättersee
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Quelle: Das Jahrhundert-Hochwasser in Luzern 1910 Stadt Luzern Stadtarchiv


  • Weitere Bilder aus der Innerschweiz:

Die nachfolgenden Bilder aus dieser Zeit (Die Fotos aus dieser Zeit stammen aus dem Archiv von Karl Graf) zeigen,
dass dafür heftige Niederschläge in der Zentralschweiz insbesonders bei den Zuflüssen Engelbergeraa und Muota verantwortlich waren.
Bildergalerie © Karl Graf, Stansstad

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© Karl Graf

Gasthaus Post in Muotathal
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© Iwan Grosny

Messdaten

Für 1910 ist die Niederschlagsverteilung schwierig zu rekonstruieren.
Aber es ist davon auszugehen, dass in den am stärksten betroffenen Gebieten verbreitet 100-150mm, in Staulagen bis 200mm innert 24 Stunden gefallen sind.

  • Auf Rigi-Kulm registrierte man am 15. Juni 1910 um sieben Uhr mit mehr als 230mm die grösste je gemessene Niederschlagsmenge innert 24 Stunden.

Übersicht Regenmengen >80mm vom 14./15.06.1910:

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© Kai Kobler / Quelle Karten-Screenshot

>> Link zu interaktiver Karte

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© MeteoSchweiz

Analyse von Dr. R. Billwiller

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© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1910

Abflussspitzen und maximaler Wasserstand

Maximaler Abfluss:
Rhein Basel >4300m3/s (Geschätzt)
Quelle: Wasser Energie Luft

Maximaler Abfluss:
Thur in Andelfingen >1400m3/s (Geschätzt, korrigierter Abfluss aufgrund Retention)
Quelle: Wasser Energie Luft

Maximaler Abfluss:
Limmat Baden AG >730m3/s (Geschätzt)
Quelle: Gefahrenkarte Hochwasser, Limmattal, Teil 3

Maximaler Abfluss:
Limmat Zürich >650m3/s (Geschätzt)
Quelle: Gefahrenkarte Hochwasser, Limmattal, Teil 3

Maximaler Abfluss:
Sihl - Zürich, Sihlhölzli >500m3/s (Geschätzt)
Quelle: Das «Jahrhundert»-Hochwasser der Sihl

Maximaler Abfluss:
Landquart - Klosters >104m3/s (Geschätzt)
Quelle: Kanton Graubünden

Der Vierwaldstättersee erreichte am 17. Juni 1910 um fünf Uhr morgens seinen maximalen Wasserstand in Luzern mit 435.25 m.ü.M
Kritische Pegelstände:
Pegelstand 435.25 M.ü.M. Hochwasserhöchststand 1910
Pegelstand 435.23 M.ü.M. Hochwasserhöchststand August 2005
Pegelstand 434.94 M.ü.M. Hochwasserhöchststand Mai 1999
Pegelstand 434.45 M.ü.M. Schadengrenze in Luzern
Pegelstand 434.25 M.ü.M. Lage kritisch beobachten, Vorbereitungen treffen

Medienlinks

Interna

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