19320604 01 Tornado Isle VD

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Am 4. Juni 1932 um 16.42 Uhr wurde rund 2 km WSW von L'Isle (VD) ein ca. 1 km langer und geschätzt 30 m breiter rotierender Wolkenschlauch gesichtet. Einem Bericht zufolge waren mindestens drei Personen Augenzeugen dieses seltenen Wetterphänomens:

I) Monsieur Roger-A. Schmidheini konnte den Rüssel von L'Isle (VD) aus in Richtung Châtel (Mollendruz (VD)) ablichten.
II) Monsieur le pasteur Vuille-Vittel wiederum hat den Schlauch von Mollens (VD) aus in Richtung Mont-la-Ville (VD) gesehen. Er will sogar ein Geräusch ähnlich dem von kochendem Wasser wahrgenommen haben. Dies könnte für Bodenkontakt sprechen, auch wenn das Geräusch eines herannahenden/vorbeiziehenden Tornados in der Regel anders beschrieben wird. Möglich ist auch, dass der Pastor das Rauschen von Niederschlag vernommen hat.
III) Madame la comtesse Orloff-Davidoff schliesslich sah die Trombe von Renens (VD) aus.

M. Roger-A. Schmidheini gelang folgender Schnappschuss:

19320604 01 tornado.jpg
Bildquelle: http://alisle.ch/les-secrets-de-son-passe-2/

Der Schweizer Meteorologe Paul-Louis Mercanton veröffentlichte im März 1933 im "Bulletin de la Société Vaudoise Sciences Naturelles" einen zweiseitigen Artikel über die Trombe von L'Isle.

Aufgrund der Augenzeugenberichte und der Analyse des Fotos konnte der Ort des Geschehens recht genau bestimmt werden. Obwohl die damaligen Medien weder vom seltenen Naturschauspiel selbst noch von möglichen Schäden berichteten, ging der Meteorologe von einem waschechten Tornado (also mit Bodenkontakt) aus.

Anmerkung: Es ist anzunehmen, dass es sich beim Tornado von L'Isle um dasselbe Ereignis handelt, welches u.a. in der von A. Piaget (SMA) niedergeschriebenen Studie "L'évolution orageuse au nord des Alpes et la tornade du Jura vaudois du 26 août 1971" (Veröffentlichung: 1976) als Funnel von Mollendruz bezeichnet und näher beschrieben wird.