19470329 01 Storm Alpennordseite

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Foehn storm
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location North of Alps
Time / Duration Long-time event
Date 29.03.1947
Magnitude / Dimension >120 km/h
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source Historical reports, data from official weather stations
Remarks Dimmerföhn


Ereignis

Bereits am 27. März zeichnet sich eine neue Föhnlage ab, die am 29. einen starken Föhnsturm zur Folge hat.
Im Versuchsfeld wird mit 18,3 m/sec (66km/h) das maximale Stundenmittel des ganzen Winters gemessen.
Sowohl die Alpensüdseite als auch Graubünden erhalten während dieser Periode bedeutende Niederschlagsmengen, Graubünden die größten des ganzen Winters.
Dieser Föhnsturm mit Temperaturen um den Nullpunkt bis gegen 2500 m ü. M. und die hohen Temperaturen der vergangenen Tage haben im Gebiet von Davos zahlreiche und große Lawinen ausgelöst.
Die starke südöstliche Höhenströmung war von starkem Staubfall begleitet, der bis zur Ausaperung im ganzen Gebiet der Alpen beobachtet werden konnte.
Quelle: Schnee und Lawinen im Winter 1946/47 WSL

Ursachen- und Ereignisanalyse / Messdaten

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© Wetterzentrale

Schäden

Die kleine, etwa 500 Einwohner zählende Gemeinde Stein zwischen Nesslau und Alt St. Johann im Obertoggenburg,
deren mit Schindeln bedeckten Holzhäuser zu beiden Seiten der Thur stehen, ist am 29. März 1947,
'am Tage vor Palmsonntag von einem furchtbaren Brandunglück heimgesucht worden,
'dem in einem Umkreis von 3 1/2 Kilometern und 300 Metern Höhendifferenz 18 Wohnhäuser und 17 Scheunen und Ställe zum Opfer fielen.

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Ansichtskarte, zur Verfügung gestellt von Rolf Steiner, Unterwasser

«In Stein empfing uns ein Bild des Grauens», erinnerte sich Sepp Müller*. 1947, als Schreinerlehrling im Obertoggenburg, war er als Feuerwehrler bei den Löscharbeiten eingesetzt.
«Turmhoch wütete das Feuer mitten im Dorf, angefacht vom grässlichen Sturm, der ein aufrechtes Gehen unmöglich machte», erzählt Sepp Müller.
«Durch die heisse Luft stoben Wolken aus Feuerglusen. Glühende Schirmbretter und brennende Holzschindeln wirbelten umher und wurden in der Windrichtung fortgetragen.
Die Kommandos der im Einsatz stehenden Feuerwehren vermischten sich mit dem Krachen einstürzenden Gebälks, mit dem Lärm der Wasserpumpen und dem Zischen des Löschwassers in der prasselnden Feuerhölle.
Durch Mark und Bein ging das Gebrüll des Viehs, das wild umher rannte und – wie wir später erfuhren – angebunden im Stall nahe der Kirche den Feuertod erlitten.»

Sepp Müller, Jahrgang 1929, arbeitete lange Jahre bei der Kantonspolizei St. Gallen. Vor zehn Jahren schrieb er einen Augenzeugenbericht über die Ereignisse des Steiner Dorfbrands vom 29. März 1947.


Eine weitere Bilddokumentation erstellt von Jörg Walker:

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