Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19501111 01 Flood Westschweiz: Unterschied zwischen den Versionen

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(Ereignis)
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==Ereignis==
 
==Ereignis==
'''Dagegen sind die Niederschläge in den nordöstlichen Alpen ganz bedeutend größer als an den Vortagen. Es fielen mehr als 50 mm im Gebiet der Kantone Uri und Glarus, im Alpsteingebiet, im Prättigau und im Unterengadin.<br/>
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'''Am 11. November weist die Niederschlagsverteilung ein erstes Maximum im südwestlichen Jura auf.<br/>
'''Diese großen Niederschläge in kurzer Zeit bilden eine Voraussetzung für die katastrophalen Lawinenniedergänge, die am 19. und 20. im genannten Niederschlagsgebiet    bedeutenden Schaden und Menschenopfer verursachten.<br/>
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'''Hier sind mehr als 90 mm Niederschlag gefallen. Aus dem Jura (Val de Travers) wurden Überschwemmungen gemeldet.<br/>
  
'''Am 18. befand sich die Schweiz im Randbereich einer ausgedehnten und tiefen Depression, deren Druckminimum von 967 Millibar über dem Nordmeer lag.<br/>
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'''Die 7-Uhr-Wetterkarte des 11. November zeigt ein Tief, dessen Minimum von 984 mbar an der Nordspitze von Jütland liegt (Druck in Zürich 1015.3 mbar).<br/>
'''Die Niederschläge dieses Tages und ein Teil derjenigen vom 19. sind auf einen Kaltlufteinbruch aus Westen zurückzuführen,<br/>
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'''Von ihm aus erstreckt sich eine Kaltfront südwärts über Stettin, dann südwestwärts nach Straßburg, Toulouse, Südportugal.<br/>
'''der in Gestalt einiger undeutlicher Staffeln stattfand und in der Schweiz einen Temperaturrückgang von 6° (in der Höhe) verursachte.<br/>
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'''Die Kaltluft verursacht beim Vordringen gegen die Schweiz hier zwischen 6 und zirka 10 Uhr einige Niederschläge.<br/>
'''In der Nacht vom 19. zum 20. erfolgte dann ein Warmlufteinbruch, der von einem Temperaturanstieg von 5° begleitet war.<br/>
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'''Der weitere Vormarsch der Kaltfront wird indessen bald gebremst durch das Erscheinen einer Wellenstörung, die sich im Südwesten auf der Front entwickelt hatte.<br/>
'''Was nun die Niederschläge vom 20. im Alpengebiet anbetrifft, also diejenigen, die zwischen 7.30 Uh des 20. und 7.30 Uhr des 21. niedergingen, so sind dieselben im  wesentlichen auf die folgende Situation zurückzuführen:<br/>
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'''Um 13 Uhr erscheint dieses neue Tief über Südfrankreich und verursacht im Rhonegebiet aber auch in den Alpen und im Jura (Chasseron) starken Südwind.<br/>
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'''Um diese Zeit setzen im Jura und im Tessin neue Niederschläge ein, die teilweise orographisch<br/>
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'''oder durch das Vordringen der südlichen Warmluft gegen die in der Jurazone liegende Front bedingt sind.<br/>
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'''Dabei fallen jedoch die Niederschläge innerhalb der Warmluft, die größten Beträge des ganzen Tages auf Stationen am Südostfuß des Jura.<br/>
  
'''Die Wetterkarte vom 20., 7 Uhr, zeigt eine Depression von minimal 989 Millibar (reduziertem) Druck über der südlichen Ostsee, während bei La Coruna das Maximum eines  Hochs von 1031 Millibar liegt.<br/>
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'''Das Wellentief nähert sich in der Folge den Westalpen, aber selbst am Morgen des 12. ist noch ein Rest davon über dem französischen Rhonegebiet sichtbar.<br/>
'''Dazwischen befindet sich ein kräftiges West- bis Nord-westwindfeld. Diese Strömung ist aber nicht einheitlich.<br/>
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'''Immerhin vermochte nun im Laufe der Nacht vom 11. zum 12. die Kaltluft doch weiter in die Schweiz hinein vorzudringen.<br/>
'''Großbritannien und Frankreich befinden sich im Bereich des Warmsektors der genannten Depression, also in der vom Atlantik her in den Kontinent einströmenden Warmluft,<br/>
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'''In der Jurazone regnete es vom 11. mittags an bis in die Abendstunden des Nachtages. Der Hauptteil der Niederschläge im Jura ist an diesen Kaltlufteinbruch geknüpft.<br/>
'''während auf der unmittelbaren Rückseite des Tiefs, d. h. über Skandinavien und der Nordsee Kaltluft nach Mitteleuropa vordringt.<br/>
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'''Der Alpennordfuß blieb infolge der anfangs noch anhaltenden Südströmung zunächst trocken. Erst in der Nacht setzten hier mit dem Eindringen der Kaltluft Niederschläge ein.<br/>
'''Die Front zwischen den beiden Luftmassen verläuft um die genannte Zeit über Edinburgh, der britischen Ostküste folgend über Amsterdam nach Frankfurt, dann ostwärts  umbiegend über Prag nach Danzig.<br/>
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'''Die großen Beträge im Jura sind also auf das Hängenbleiben der Kaltfront im Bereich des Jura zurückzuführen.<br/>
'''Während das ungefähr parallel der Strömung verlaufende westliche Stück der Front in der Folge stationär bleibt, dringt die Kaltluft über Süddeutschland südwärts vor, ohne die Schweiz zu erreichen.<br/>
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'''Es sei bemerkt, daß dies teilweise auch dadurch bedingt war, daß außer dem genannten Wellentief<br/>
'''Die Kaltfront berührte jedoch noch die Ostalpen am Mittag und am Morgen des 21. ist der Frontverlauf dieser: Edinburgh, Amsterdam, Straßburg, Frankfurt, München, Triest, Westküste des Balkans, Bulgarien.<br/>
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'''ein weiteres Tief (schwache V-Depression) am 12. um 7 Uhr über Nordfrankreich und den britischen Inseln erschien.'''<br/>
'''Die Kaltluft hat also fast den ganzen Balkan überschwemmt, ohne in die Schweiz einzudringen.<br/>
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'''Die Frontalzone ist zwar ziemlich verwaschen, doch sind die Temperaturunterschiede auf beiden Seiten sehr deutlich sichtbar, z.B. am 21. um 7 Uhr: Brüssel 7°, Bremen 1°, Straßburg 7°, Nürnberg 1°, Zürich 5°, München 0°.<br/>
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'''In der Schweiz war, nachdem der Wärmfronttemperaturanstieg am Morgen noch bis um etwa 10 Uhr gedauert hatte, überhaupt kein Temperaturfall während der ganzen Niederschlagsperiode festzustellen, weder in Zürich noch auf dem Säntis.<br/>
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'''Dagegen war die Windstärke recht erheblich.<br/>
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'''Es handelt sich also um ausgesprochene reine Stauniederschläge, wobei der Aufstau der Warmluft an den Alpen durch die  beschriebene Lage der stationären Front bedeutend begünstigt, ja ermöglicht wurde.<br/>
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'''Diese Art der Entstehung großer Niederschläge in den Alpen wurde schon mehrfach beobachtet. Eine ähnliche Situation lag vor am 8. März 1932, am 3. Dezember 1936 und besonders am 28./29. Oktober 1935.'''<br/>
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Quelle: M. Grütter<br/>
 
Quelle: M. Grütter<br/>
  

Version vom 10. April 2020, 12:55 Uhr

Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Westschweiz
Time / Duration 24 hours
Date 11.11.1950
Magnitude / Dimension 100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

Am 11. November weist die Niederschlagsverteilung ein erstes Maximum im südwestlichen Jura auf.
Hier sind mehr als 90 mm Niederschlag gefallen. Aus dem Jura (Val de Travers) wurden Überschwemmungen gemeldet.

Die 7-Uhr-Wetterkarte des 11. November zeigt ein Tief, dessen Minimum von 984 mbar an der Nordspitze von Jütland liegt (Druck in Zürich 1015.3 mbar).
Von ihm aus erstreckt sich eine Kaltfront südwärts über Stettin, dann südwestwärts nach Straßburg, Toulouse, Südportugal.
Die Kaltluft verursacht beim Vordringen gegen die Schweiz hier zwischen 6 und zirka 10 Uhr einige Niederschläge.
Der weitere Vormarsch der Kaltfront wird indessen bald gebremst durch das Erscheinen einer Wellenstörung, die sich im Südwesten auf der Front entwickelt hatte.
Um 13 Uhr erscheint dieses neue Tief über Südfrankreich und verursacht im Rhonegebiet aber auch in den Alpen und im Jura (Chasseron) starken Südwind.
Um diese Zeit setzen im Jura und im Tessin neue Niederschläge ein, die teilweise orographisch
oder durch das Vordringen der südlichen Warmluft gegen die in der Jurazone liegende Front bedingt sind.
Dabei fallen jedoch die Niederschläge innerhalb der Warmluft, die größten Beträge des ganzen Tages auf Stationen am Südostfuß des Jura.

Das Wellentief nähert sich in der Folge den Westalpen, aber selbst am Morgen des 12. ist noch ein Rest davon über dem französischen Rhonegebiet sichtbar.
Immerhin vermochte nun im Laufe der Nacht vom 11. zum 12. die Kaltluft doch weiter in die Schweiz hinein vorzudringen.
In der Jurazone regnete es vom 11. mittags an bis in die Abendstunden des Nachtages. Der Hauptteil der Niederschläge im Jura ist an diesen Kaltlufteinbruch geknüpft.
Der Alpennordfuß blieb infolge der anfangs noch anhaltenden Südströmung zunächst trocken. Erst in der Nacht setzten hier mit dem Eindringen der Kaltluft Niederschläge ein.
Die großen Beträge im Jura sind also auf das Hängenbleiben der Kaltfront im Bereich des Jura zurückzuführen.
Es sei bemerkt, daß dies teilweise auch dadurch bedingt war, daß außer dem genannten Wellentief
ein weiteres Tief (schwache V-Depression) am 12. um 7 Uhr über Nordfrankreich und den britischen Inseln erschien.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 11.11.1950
19501111 01 Flood Westschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

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Medienlinks

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