19530609 01 Flood Westschweiz

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Neuenburg, Kanton Waadt
Time / Duration 24 hours
Date 09.06.1953
Magnitude / Dimension >100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

19530609 01 Flood Westschweiz text.jpg
Quelle: Die Tat, 12. Juni 1953

Bemerkenswert sind vor allem die Niederschläge, die am 9. und 10. Juni 1953 vorwiegend in der Westschweiz gefallen sind.
Am 9. Juni übersteigen dieselben in einem Gebiet, das den Jura und das Waadtland westlich der Linie St.Ursanne, Neuchatel, Estavayer, Echallens, Vevey umfaßt den Betrag von 50 mm.
Im Jura sind vereinzelt sogar 100 mm erreicht worden. Die übrige Schweiz östlich der Linie Leysin, Jaun, Murten, Delemont hat meist weniger als 20 mm aufzuweisen.

Diese Niederschläge sind auf folgende Situation zurückzuführen:
Die Wetterkarte vom 9. Juni 01 h zeigt eine Depression über den Alpen mit einem ersten Druckminimum bei Nizza und einem zweiten nordöstlich des Bodensees.
Auf der Ostseite fließt tropische Warmluft vom Mittelmeerraum her nordwestwärts. Die Warmfront verläuft etwas über Warschau, Berlin, Köln, Dijon, Nizza.
Sie erzeugt ein ausgedehntes Niederschlagsgebiet über dem südlichen Frankreich,
wo am Boden Kaltluft aus dem Norden des Kontinents in starkem Strom südwärts fließt, während die Schweiz bei vorwiegend östlichen bis nördlichen Winden noch im Warmluftgebiet liegt.

Die Luft ist hier etwa 5° wärmer als in der Kaltluft. In der Höhe herrscht am 9. Juni über den Alpen eine kräftige Ostströmung, das Höhentief (500-Millibar-Fläche) liegt über dem Golf von Genua.
Die ganze Depression verlagert sich langsam nordwärts, indem das südliche Tief sich ausfüllt und das nördliche (das am 9. Juni 13 h bei Regensburg liegt) sich vertieft.
Damit erfolgt in den Morgenstunden des 9. in den Niederungen der Alpennordseite eine Winddrehung auf West bis Südwest, in Genf zwischen 4 und 7 h.
Um eben diese Zeit beginnen in der Westschweiz die Niederschläge, begleitet von Gewitterstörungen.
Sie sind also auf den Einbruch der Kaltluft von Westen her zurückzuführen, wobei die Front rückläufig wird, wie der allmähliche Temperaturrückgang auf den westschweizerischen Stationen beweist.
Auch die östlichen Stationen (Zürich, Säntis) zeigen einen Temperaturrückgang vom 9. zum 10. Juni 7 h.
Er beträgt etwa 4°. Der Temperaturverlauf am 9. zeigt ein mittägliches Maximum, welches durch die Einstrahlung bedingt ist.
Der Säntiswind drehte im Laufe des Vormittags des 9. von Ost über Süd nach West.

Der Vergleich des «Temps» von Payerne vom 8. und 9. um 14 h zeigt die Abkühlung und Winddrehung von Ost nach West bis in 4000 m Höhe. Am 10. Juni liegt das Höhentief über der mittleren Adria.
Das Niederschlagsgebiet erstreckt sich nun als breites Band von den Alpen über Westdeutschland nordwärts bis an die norddeutsche Küste,
dann ostwärts der hier nordwärts vorstoßenden Warmluft entlang bis in die Ostsee. Im Laufe des 10. Juni fanden keine nennenswerten Temperaturänderungen mehr statt.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 09.06.1953
19530609 01 Flood Westschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

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Medienlinks

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