Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19580610 01 Flood Voralpen

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kantone Appenzell, Kanton St.Gallen, Kanton Zürich, Kanton Luzern, Kanton Bern, Kanton Waadt
Time / Duration 24 hours
Date 10.06.1958
Magnitude / Dimension >100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

10. Juni 1958
Die Niederschläge begannen in Zürich um 17 h und dauerten bis um 10 h des 11. Juni 1958.
Die allgemeinen Wetterverhältnisse sind wesentlich weniger klar als die Verteilung der Niederschläge vermuten läßt.
Die Bodenwetterkarte läßt am Morgen des 10. Juni einen flachen Tiefdrucktrog erkennen,
der sich von einer südlich von Grönland gelegenen Zyklone über Irland dann südostwärts über Frankreich bis ins Tyrrhenische Meer verfolgen läßt.
Auch in der Höhe unterhalb 2000 m herrschen in Westeuropa schwache unbestimmte Winde.
Erst oberhalb dieses Niveaus zeigt sich eine deutliche Westströmung, die später nach Norden dreht.
Unsere Hochstationen registrieren fast die ganze Zeit über nördliche Winde.
Wesentlich ist, daß sich das Mittelmeertief bis zum Nachtag über der Adria bzw. dem Nordwestbalkan auf zirka 1006 Millibar vertieft,
während nordseits der Alpen der Luftdruck etwas steigt. Dies bewirkte über dem Alpengebiet eine Verstärkung der Nordwinde.
Die Isohypsen der 500-Millibarfläche, die sonst vorwiegend westostwärts verlaufen, zeigen eine leichte trogartige Ausbuchtung gegen Süden.
Diese lag am 9. um 01 h noch westlich von Spanien und Irland, am 10. über Spanien und dem St. Georgskanal.
Am 11. um 01 h hat sich ein selbständiges Höhentief über dem Golf von Genua entwickelt. Das Mittelmeerbodentief entstand offenbar dadurch,
daß der Höhentrog über die Alpen südostwärts wanderte, während seines Kaltluftmassen auf der Alpennordseite aufgestaut wurden.
Die Niederschläge sind demnach als Stauniederschläge aufzufassen. Damit steht in Einklang, daß sie die Voralpenzone bevorzugen.
Die maßgebenden Niederschläge setzten zuerst in der Westschweiz und in den Alpen ein, erst viel später auch in der nordöstlichen Schweiz
(in Genf und Sion um 11 h, in Bern um 13 h 30, auf dem Gotthard (Gütsch) um 13 h, in St.Gallen um 14 h 10, in Zürich erst um 17 h.
Sie waren nach unseren Höhenstationen von einem Temperaturrückgang um zirka 5 Grad begleitet.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 10.06.1959
19580610 01 Flood Ostschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1958


Interna

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