Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19581001 01 Flood Südschweiz

Aus Schweizer Sturmarchiv
Version vom 13. Januar 2020, 17:52 Uhr von Kaiko (Diskussion | Beiträge) (Ereignis)

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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Tessin, Gotthard (UR)
Time / Duration 24 hours
Date 01.10.1958
Magnitude / Dimension >100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

Die großen Niederschläge, die an diesem Tage im Tessin fielen, sind in der Hauptsache durch eine Föhnströmung über den Alpen verursacht.
Die Niederschläge setzen auf der Südseite der Alpen schon um 17 h des 30. September ein und dauerten hier mit kurzen Unterbrechungen bis um 3.30 h des 2. Oktober.
Auf der Nordseite der Alpen, in Zürich regnete es (am 1. Oktober) von 13.45 h bis 23.30 h. Diese Niederschläge knüpfen sich an das nachfolgende Vordringen der Kaltluft nach Osten.
Die Föhnlage bestand schon merklich seit dem 29. September und erreichte den Höhepunkt ihrer Entwicklung am Abend des 30. September.
Die Wetterkarte von 13 h dieses Tages zeigt ein kräftiges Tiefdruckgebiet im Nordwesten mit Zentrum über Irland, und ein ausgesprochenes Föhnknie der Isobaren über den Alpen.
Das aus kalter Luft aufgebaute Föhnhoch auf der Alpensüdseite weist einen um zirka 11 Millibar höheren Druck auf als die Alpennordseite.
In der Zeit von 22 h des 30. September bis 7 h des 1. Oktober wurde das Föhnhoch durch Zufuhr wärmerer Luft von Süden her abgebaut.
Der Druckfall ist auf dem ganzen westlichen Mittelmeer verbreitet. Ein Teil des Fallgebiets zieht in der Folge nordnordostwärts über die Alpen.
Es hatte zunächst den Zusammenbruch der Föhnlage zur Folge. In Altdorf setzte der Föhnsturm um l.30 h (1. Oktober) plötzlich aus, auf dem Gotthard um zirka 15 h.
Der Druckausgleich zwischen Süd und Nordseite wurde im Niveau des Mittellandes um zirka 12 h erreicht.
Um diese Zeit kündet der Beginn des Druckanstiegs in den Niederungen, des Temperaturrückgangs (total 6 Grad) in der Höhe, den Einbruch der kalten Luft von Westen her an.
Fortan ist das Druckgefälle über den Alpen nach Süden gerichtet. So zeigt nun die Wetterkarte vom 2. Oktober um 07.00 h ein Tief über der Poebene,
das bis zum Nachtag nach dem Nordwestbalkan wandern wird, feiner einen Hochdruckrücken auf der Alpennordseite.
Die Kaltluft, der ein kräftiger Druckfall vorauslief, war über Süddeutschland sehr rasch ostwärts vorgestoßen, während sich nun über Dänemark ein Randtief abzeichnet,
so daß die Kaltfront statt wie vorher von NNE nach SSW nunmehr von Dänemark aus südsüdostwärts nach Wien verläuft.
Man kann annehmen, daß der Kaltlufleinbruch mit der schon erwähnten Wanderung einer Druckwelle vom westlichen Mittelmeer nach NNE zusammenhängt.
Nach einem kurzen Unterbruch setzten die Niederschläge am Alpensüdfuß ungefähr gleichzeitig mit dem Druckanstieg um 19 h des 1. Oktober neuerdings mit grösserer Stärke ein.
Dieser letzte Anteil der Beträge «vom 1. Oktober» ist offenbar durch den Einbruch der Rückseitekaltluft verursacht.
Er war von Gewittern begleitet. Es sei noch bemerkt, daß die Föhnniederschläge vom Vortag sich auf die Alpensüdseite beschränken,
die Maxima liegen ebenfalls über dem Centovalli, Misox und Bergell. Diejenigen vom Nachtag sind unbedeutend.
Ähnliche Verteilungen sind schon wiederholt beobachtet worden, die meisten bei gewittrigen Sommerlagen.
Der typische Übertritt des Niederschlagsgebiets über den Gotthard ist stets durch einen Kaltlufteinbruch bewirkt und kann auch ohne namhaften vorausgehenden Föhn auftreten.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >60mm vom 01.10.1958
19581001 01 Flood Suedschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1958

Interna

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