Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19590607 01 Flood Ostschweiz

Aus Schweizer Sturmarchiv
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Zürich, Kanton Thurgau, Kantone Appenzell, Kanton St.Gallen
Time / Duration 24 hours
Date 07.06.1959
Magnitude / Dimension >100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

19590607 01 Flood Ostschweiz card.jpg

7. Juni 1959
Die Niederschlagsverteilung dieses Tages ist in der Regenkarte Nr.7 dargestellt.
Es fällt vor allem die scharf begrenzte, etwa 30 km breite Zone mit 30 bis 70 mm unmittelbar am Nordfuß der Alpen auf.
Ihre Axe ist etwa bezeichnet durch die Stationen: Schwarzenburg 52 mm, Belp 43 mm, Großhöchstetten 63 mm, Luthern 59 mm,
Werthenstein (Entlebuch) 64 mm, Küßnacht (a. Rigi) 58 mm, Sihlbrugg 105 mm.
Ein weiteres Gebiet großer Niederschläge (40 bis 100 mm) stellen die Kantone: Appenzell, Thurgau und die Westhälfte des Kantons Schaffhausen dar
Es handelt sich in der Hauptsache um Gewitterniederschläge, ausgelöst durch die Passage eines flachen Nordsüdtroges.

In der Karte der 500-Millibarfläche war er schon am 5. Juni 1959 vor der portugisischen und irischen Küste als scharfer Höhentrog sichtbar, der aus unbestimmten Anfängen über dem Atlantik entstanden war.
Er wanderte langsam ostwärts und erstreckt sich am 7., um 1h, von Island her über den St.Georgskanal und den Golf von Biscaya nach dem westlichen Mittelmeer, wo sich ein selbständiges Höhentief abgespalten hatte.
Die 1-h-Bodenwetterkarte dieses Tages zeigt einen flachen Tiefdrucksattel zwischen dem Atlantikhoch und einem osteuropäischen Hochdruckgebiet gerade über der Schweiz.
Die Niederschläge beginnen mit Gewitterstörungen, die um 13 h in der Westschweiz, in den Abendstunden im Nordosten des Landes ausbrechen.
In Zürich fiel die Hälfte (=22 mm) während eines Gewitters, von 19.40 h bis 20.40 h. Der Frontcharakter war aber nur wenig ausgeprägt.
In Zürich stieg die mittlere Windstärke nicht über 10 km/h (Böenspitze 11.5 m/s), auf dem Säntis (zunächst Süd, ab 12 h Nord bis Ost) nicht über 20 km/h.
Der Temperaturrückgang betrug (nach vorausgehender Erwärmung) bis in Höhen von etwa 6000 m etwa 4 Grad. Nachher regnete es weiter, in Zürich bis um 6 1/2 h des Nachtages.

Die Bodenwetterkarte des 8. Juni (Nachtag) zeigt, daß sich über Frankreich eine ziemlich kräftige Hochdrucknase des Atlantikhochs entwickelt hat.
In Zürich war lediglich von 19 bis 22 h eine Druckstufe von 3 mm registriert worden.
Demnach herrschte in Westeuropa, in den tiefen Luftschichten Nordwind. Anderseits lag die Höhentroglinie noch über Mittelfrankreich.
Dementsprechend finden wir eine Regenzone über Ostfrankreich (Saöne) und der Schweiz.
Der Höhentrog wurde bald durch das Erscheinen eines neuen Frontsystems über Großbritannien (Tief zwischen Island und Schottland) undeutlich.
Es kommt daher zu keiner hochreichenden Rückseite. So herrscht selbst auf dem Gotthard schon anhaltend Südwind.
Dieser Auflösung ist, wenigstens teilweise die Beschränkung der Niederschläge auf den Alpensaum zu verdanken.
Zwar regnete es am 8. Juni nach 7 1/2 h strichweise weiter, besonders in den Voralpen.
Die Beträge überschreiten aber nur sehr vereinzelt 10 mm und vermögen nicht, das charakteristische Bild der Verteilung noch wesentlich zu ändern.
Die Bevorzugung der Voralpen vor dem innern Alpengebiet ist übrigens bei solchen, bei Nordstau ausgelösten Niederschlägen die Regel.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 07.06.1959
19590607 01 Flood Ostschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1959


Interna

SSWD Main Editor Kaiko Last Edit 02.01.2020 Last Review - Documentation State Ready for Review