Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19600818 02 Flood Tessin TI

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Tessin
Time / Duration 24 hours
Date 18.08.1960
Magnitude / Dimension >150mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

18. August 1960
Die Niederschläge dieses Tages knüpfen sich an eine Lage, die derjenigen der beiden soeben behandelten Fälle vom 5. August und besonders vom 11. und 12. August sehr ähnlich war.
Die Beträge waren aber meist noch größer als der Gesamtbetrag des 11. und 12. August.
Das Maximum liegt wieder im Tessin, im Langenseebecken (Brissago 178 mm, Locarno-Monti 154 mm, Vira 146 mm, Crana Torricella 154 mm).
Auch Bellinzona hat noch 135 mm erhalten. Von dieser Maximalzone aus nehmen die Beträge nach Süden und Norden hin rasch ab.
Das Bergell hat noch über 60 mm zu verzeichnen. Im Nordwesttessin sinken die Beträge zum Teil unter 40 mm.

Wie schon am 11. und 12. August sind zwei Phasen zu unterscheiden, nämlich die Kaltfrontpassage auf der Vorderseite eines Tiefdrucktroges und die Passage des Troges selbst.
Werfen wir zunächst einen Blick auf die Wetterkarten. Am Vortag (17. Aug.) um 7 h liegt, bei ziemlich flacher Druckverteilung über dem Kontinent, ein Tief nordwestlich der Iberischen Halbinsel (Minimum etwa 1000 mb).
Dieses wanderte in der Folge nordostwärts und erschien am Morgen des 18. August über Belgien, wobei, wie erwähnt, seine Kaltfront die Schweiz passierte.
Doch erstreckt sich von dem Tief aus immer noch ein Trog südwestwärts in Richtung der Azoren.
Ihm entspricht ein selbständiges Höhentief (in 5500 m Höhe) im Nordwesten der Iberischen Halbinsel. Die Südströmung über den Alpen hält damit noch an.
Der Gotthard verzeichnete zum Beispiel noch Südwind bis um 21 h des 18. Es sei bemerkt, daß auch in Altdorf vor der Frontpassage starker Föhn wehte (von 19 h bis 3 1/2 h).
Durch den Kaltlufteinbruch verminderte sich der Druckgradient zwischen Süd- und Nordseite der Alpen. Er verschwand im Moment der Trogpassage (etwa 18 h ).
Der Kaltfront- und der Trogpassage schließen sich zwei gut getrennte Regenphasen an. In Zürich regnete es einerseits von 6.10 h bis um 11 h (8 mm, Kaltlufteinbruch),
sodann von 18.15 h bis um 6.50 h (des 19.) (35 mm, Trogrückseite, Stauniederschläge). Diese beiden Phasen brachten in Altdorf 0,4 bzw. 29 mm Niederschlag ein.
Nach der 7-h-Wetterkarte vom Nachtag (19. August) liegt das Tief bereits über der Ostsee und von ihm aus erstreckt sich der Trog südwärts nach Triest.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 18.08.1960
19600818 01 Flood Suedschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1960

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