Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19600916 01 Flood Tessin TI

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Tessin, Kanton Graubünden
Time / Duration 24 hours
Date 16.09.1960
Magnitude / Dimension >200mm of rain in 24 hours (15. & 16.09.1960 - in 48 hours: Camedo 396mm, Mosogno 361mm)
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

Für den 16. September 1960 ergeben sich auf der Alpensüdseite noch weit größere Niederschlagsmengen.
Diesmal hat das Maximum in Camedo nicht weniger als 264 mm betragen.
Ferner haben folgende Stationen mehr als 200 mm gemessen: Bosco-Gurin 211 mm, Mosogno 228 mm, Cevio 201 mm, Lago di Tremorgio 204 mm.
Diese Niederschläge greifen nach Graubünden und nordwärts über die Alpen hinüber.

In den am meisten betroffenen Gebieten kam es zu zahlreichen Straßenverschüttungen (so z. B. im Bergell) und Überschwemmungen (z. B. unterhalb Bevers).
Es sei vermerkt, daß auch das Südtirol, ferner die Gegend um Brescia und Bergamo von Überschwemmungen heimgesucht worden sind.

Die Föhnlage ist durch ein Teiltief verursacht worden, das sich am südlichen Rand einer über Großbritannien zentrierten Depression bei La Corunna abgespalten hatte.
Es erscheint, ostwärts wandernd, am 16. um 1 h als tiefer Wirbel über Frankreich (Minimum 987 mb bei Limoges).
Es zerfiel dann, wie oft beobachtet wird, vor den Westalpen in zwei Teile, von denen der nördliche schon 6 Stunden später als selbständiges Tief südwestlich von Paris liegt
(Min. 990 mb), der andere vor der spanischen Ostküste. Die Kaltfront, die beide verbindet, verläuft um 13 h des 16. Septembers über die Westalpen nach Basel.
Um die Mittagszeit brach denn auch der Föhn zusammen, und im bisher verschonten Gebiet der Alpennordseite setzten die Niederschläge ein.
Abgesehen von denjenigen in Graubünden hörten sämtliche Niederschläge fast gleichzeitig um 4 h des 17. auf.
Dies ist bemerkenswert, weil der 17. nach 71/2 h keine nennenswerten Beträge mehr aufweist.
Die Niederschläge knüpfen sich an den Einbruch der Rückseiteluft der nördlichen Depression, von Westen her, in den unteren Schichten,
in denen nach dem «Temp» von 1 h in Payerne am 17. Westsüdwestwind herrschte, während in der Höhe (auch auf dem Gotthard) der Südwind noch bis zum Nachtag und länger fortdauerte.
Der Temperaturrückgang betrug außerhalb der Föhnzone etwa 6 Grad. Das Höhentief in 5500 m Höhe verbleibt im Westen der Alpen.
Sein Zentrum lag am 15. September noch nördlich von Irland, am 17. über Frankreich. Am 17. lag ferner noch ein kräftiges Bodentief über dem Westende des Kanals.
Offenbar ist das unvermittelte Aufhören der Niederschläge mitten im anhaltenden Druckanstieg auf das Überwiegen der Absinkbewegung im kalten Hoch zurückzuführen.
Dieses kalte Hoch hat sich vorübergehend nördlich der Alpen aufgebaut. Ähnliche Fälle sind der 26./27. Mai 1951, der 9./10. Dezember 1954, der 2. September 1956
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 16.09.1960
19600916 01 Flood Suedschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1960

Interna

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