Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19611211 01 Flood Linthal GL

Aus Schweizer Sturmarchiv
Wechseln zu: Navigation, Suche

Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Glarus
Time / Duration 24 hours
Date 11.12.1961
Magnitude / Dimension >100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

11. Dezember 1961
Es ergaben sich zwei Hauptniederschlagsgebiete, das eine über dem Jura, das zweite über den Alpen.
Die Beträge, die im Kanton Glarus auftraten (mehr als 120mm) sind als ganz ungewöhnlich groß für diese Gegend zu bezeichnen.
Es handelt sich um Niederschläge, die innerhalb eines Warmsektors, bei sehr starkem Westwind mit Nordkomponente gefallen sind.
Auf der Rückseite einer großen Depression mit Zentrum über Skandinavien war am 6. kalte Luft aus Norden in Mitteleuropa eingedrungen.
Daselbst entwickelte sich ein Kaltluftloch, das am 8. gerade über der Schweiz lag, am 10. aber bereits abgebaut und nach Osten abgedrängt wurde,
durch das Erscheinen einer neuen Depression über dem Atlantik.
Ein Warmlufteinbruch aus Westen erfolgte erst am 10. Die Niederschläge dieses Tages waren ähnlich verteilt, wie die erwähnten vom 11., jedoch bedeutend kleiner als diese.
Namentlich die Alpen treten stark zurück. Hier ist nur vereinzelt mehr als 30 mm Niederschlag gemessen worden.

Am 11. befand sich die Schweiz gänzlich und dauernd in der Warmluft. Die 7-h-Wetterkarte des 11. zeigt ein Zentraltief mit Zentrum nordwestlich von Schottland.
Ein Ausläufer desselben über Dänemark stellt ein Teiltief dar, das längs des Kanals heraufgezogen war und den erwähnten Warmlufteinbruch begleitete.
In der Folge wanderte es der Höhenströmung folgend nach Südosten und die Karte vom Nachtag zeigt einen Tiefdrucksattel auf dem Kontinent
zwischen einem mäßigen Hoch über Spanien und einem zweiten kräftigeren über Nordskandinavien.

Die Winde wehten am 11. in den Niederungen aus West, in der Höhe (500 Millibar ) aus Nordwest.
Durch einen anschließenden Warmlufteinbruch auch in die Poebene fiel dort der Luftdruck am Boden und der Druckgradient über den Alpen kehrte sich um.
Die Winde erhielten eine nördliche Komponente und verstärkten sich erheblich. Auf dem Gotthard erfolgte um die Mittagszeit eine Winddrehung nach NNW.
In Altdorf regnete es an diesem Tage von 8 h an bis um 15 h des 12. (Ergebnis 69 mm).
Die Temperaturänderungen während dieser Zeit waren gering. Die Schneefallgrenze lag in etwa 2500 m Höhe, in Zürich herrschte eine Temperatur von 12 Grad.

Die langdauernden Regenfälle verbunden mit der rapiden Neuschneeschmelze verursachte ein Anschwellen der Bäche und Überschwemmungen, so in Interlaken, bei Attinghausen und andernorts.
Fälle mit ähnlicher Niederschlagsverteilung sind in den Wintermonaten häufig. Fast derselbe Fall lag u.a. am 16. November 1950 vor.
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 11.12.1961
19611211 01 Flood Glarus prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1961

Interna

SSWD Main Editor Kaiko Last Edit 20.05.2020 Last Review - Documentation State Ready for Review