Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

19640419 01 Flood Tessin TI

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Kanton Tessin, Kanton Graubünden, Kanton Wallis
Time / Duration 24 hours
Date 19.04.1964
Magnitude / Dimension >100mm of rain in 24 hours
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source chronicles, general archive
Remarks -

Ereignis

Besonders am 19. April sind auf der Alpensüdseite anläßlich eine Föhnlage bedeutende Niederschlagsmengen gefallen, örtlich über 200 mm.
Hauptniederschlagsgebiet ist der Westen des Kantons Tessin.
Ein scharfes Maximum liegt im Centovalligebiet (Camedo 229 mm, Brissago 122 mm, Mosogno 93 mm).
Auch folgende Stationen haben noch über 100 mm zu verzeichnen: Vira Gambarogno (127 mm), Fusio (128 mm), Frasco (126 mm), Cevio (109 mm), Bosco-Gurin (140 mm), Simplon-Dorf (137 mm).
Bedeutende Beträge haben auch noch das Oberwallis (Binn 107 mm, Oberwald 92), das Quellgebiet des Rheins (Platta 83 mm, Hinterrhein 103 mm)

Die Wetterkarte vom 19. April zeigt ein Tief nordwestlich von Irland und ein Föhntief über dem Kanal. Letzteres wanderte bis zum Nachtag nach Südnorwegen.
Es war mit einer Kal tfront verknüpft, welche die meist geringen Niederschläge auf der Alpennordseite verursacht hat.
Die Passage war von einem erheblichen Druckanstieg auf der Alpennordseite begleitet.
Doch verschwand die Föhnströmung wenigstens in der Höhe auch am 20. noch nicht. In Altdorf hörte der Föhn am 19. um 22 h 40 gänzlich auf.
In Lausanne setzten nach einigen kleinen Vorläufern die Hauptniederschläge um 20 h ein und dauerten hier bis um 8 h des 20.
Die Nordostschweiz hat nur am 20. etwas Niederschlag erhalten. Am 20. April um 7 h liegt das Druckminimum der bedeutend vertieften Zentraldepression über Irland (etwa 993 Millibar).
Quelle: M. Grütter

Messdaten

Übersicht Regenmengen >70mm vom 19.04.1964
19640419 01 Flood Suedschweiz prtsc.jpg
© Kai Kobler >> Link zu interaktiver Karte

Bilder

Medienlinks

© MeteoSchweiz ANNALEN der SCHWEIZERISCHEN METEOROLOGISCHEN ZENTRAL-ANSTALT 1964

Interna

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