19840725 01 Flood Gersau SZ

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Flash Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Gersau (SZ), Lauerz (SZ), Alpthal (SZ), Einsiedeln (SZ)
Time / Duration overnight
Date 25./ 26.07.1984
Magnitude / Dimension > 50mm of rain in 1 hour, 119mm in 24 hours
Damage flooded streets, homes and maedows, blocked streets
Fatalities -
Injuries -
Report Source Newspaper report, photos
Remarks -


Ereignis

Mehrere Gewitterfronten brachten extreme Regenfälle und Hagelschäden.
Schwerpunkte waren die Regionen Gersau, Einsiedeln und Lauerz im Kanton Schwyz.
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Quelle: Gerhard Röthlisberger - Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz

"Am 25 / 26. Juli 1984 fand ein seit Menschengedenken noch nie so starkes Unwetter statt.
Nach einem Regen von 119 mm innert 24 Stunden fand eine fast totale Verwüstung des ganzen Dorfes statt.
Die starken Regengüsse der Rigilehne entlang hatten in der Nacht auf den Donnerstag den sonst friedlichen Gersauer Dorfbach
zu einem reissenden Fluss anschwellen lassen, der gegen Mitternacht immer mehr Geschiebe brachte.
Dieses Geschiebe füllte das Bachbett von der Einmündung in den See bis über das Restaurant Schäfli hinauf,
so dass der Bach über die Ufer trat und sich durchs Dorf neue Abflusswege suchte.
Noch am Freitag zeigte sich im Dorfe ein Bild der Verwüstung. Überall wurden Keller ausgepumpt.
Der Dorfbach hatte von der Mündung aufwärts die beidseitigen Uferstrassen mehrere Meter hoch mit Schutt überdeckt.
Dieser Schutt war bei vielen Häusern in die Keller und in die Parterrräume eingedrungen."

"Schlimm hat das Unwetter ebenfalls oberhalb des Dorfes Gersau gewütet.
Dort hatten sich an den steilen Abhängen der Bergheimwesen überall Rutsche gelöst und die Wiesen mit Kies und Geröll verschüttet.
Besonders stark betroffen ist das Heimwesen Obergibel, wo gegen 80 Prozent des Wieslandes von Schutt zugedeckt oder abgerutscht sind.
Zum Teil abgerutscht ist auch die Gschwendstrasse und am Freitag noch nicht durchgehend passierbar.
Noch in der Unwetternacht hatte der Bezirksrat einen Krisenstab auf die Beine gestellt.
Dieser Stab koordinierte von seinem Hauptquartier im Restaurant Schäfli aus die Aufräumarbeiten.
Am Freitag war die ganze Feuerwehr mit 50 Mann, der Gersauer Zivilschutz mit weiteren 50 Helfern
und 130 Mann der Leichten- Truppen- Rekrutenschule Schwyz im Einsatz.
Mit mehreren Baumaschinen wurde am Freitag begonnen vorerst das Bett des 51 Dorfbaches von Geschiebe freizulegen.
Vom See her wollen die Helfer dorfaufwärts die beiden Strassen dem Bache entlang wieder räumen.
Wie Bezirksammann Meinrad Camenzind, der den Krisenstab leitet, am Freitagnachmittag erklärte, hofft man,
diese Arbeiten bis am Samstagabend beenden zu können.
Dann allerdings kann erst das Aufräumen in den Gärten und in den vielen zum Teil total mit Kieszugefüllten Kellnern und geschäftslokalen beginnen.
Bei einigen Häusern können die Bewohner die Räume im Parterre nicht mehr betreten, und die Möbel stehen inmitten von Kies und Sand.
Ein Hausbewohner an der Bachstrasse ging noch am Freitag über eine Notbrücke durch ein Fenster im ersten Stock ein und aus.
Bei ihm war das Wasser in der Nacht auch ins Schlafzimmer gedrungen.
Der ältere Mann war dabei allerdings nicht erwacht, sondern wurde am frühen Morgen von der Feuerwehr im schwimmenden Bett geweckt.
Menschen sind nirgends verletzt worden. Hingegen ertranken in einem Heimwesen auf dem Berg mehrere Schweine;
in einem andern Heimwesen konnten die Kühe einen Tag lang nicht gefüttert und gemolken werden.
Am Freitag war Gersau von Brunnen her wieder erreichbar, ebenso war die Strasse wieder zur Autofähre offen.
Auf dem Strassenstück Gersau - Vitznau waren immer noch Räumungsarbeiten im Gange."

Quelle: Die Gersauer Dorfbäche Marzell Camenzind

Bilder

Dorfbach Überschwemmung mit viel Geröll. Höhe Bachstrasse 14
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Dorfbach Überschwemmung mit viel Geröll. Höhe Fidmen-Fussgängerbrücke
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Dorfbach mit neuem Bachbett bis zum Wehriplatz
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Geröll in der Dorfstrasse zwischen Metzgerei und Radio Nigg
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Dorfbach ohne Rosenbrücke
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Rosenbrücke vom Dorfbach verschluckt
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Sandmoräne mit Dorfbach vor Trautheim
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Geröllmassen unterhalb Rosenbrücke
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Bildquelle: Unwetter 25./26. Juli 1984, Archiv Feuerwehr Gersau

Typische Schäden im Landwirtschaftsgebiet im Alptal Schwyz. (Foto J.Zeller, WSL)
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Quelle: Gerhard Röthlisberger - Chronik der Unwetterschäden in der Schweiz

Messdaten

119mm innert 24 Stunden

Betroffene Gewässer

Dorfbach Gersau

Medienlinks

Interna

SSWD Main Editor Kaiko Last Edit 27.10.2015 Last Review - Documentation State Ready for Review