19980721 01 Hagelsturm Luzern: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 16. Dezember 2013, 10:58 Uhr

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Historischer Hagelsturm vom 21. Juli 1998 in Luzern, Kriens und Schwarzenberg (LU)

Radarauswertungen haben ergeben, dass das Hagelgewitter vom 21. Juli 1998 über Luzern eine rechtsziehende Superzelle war. Das erste Echo des Gewitters war um 14.40 Uhr knapp westlich von Thun erkennbar. Danach verstärkte sich die Zelle rasch, zog über das Napfgebiet Richtung Luzern und hinterliess eine Spur der Verwüstung. Um 17 Uhr erreichte das Gewitter den Zürichsee und zerfiel danach rasch.

Radarsequenz: 980721_luzern.gif

Auffallend ist die Zugrichtung des Gewitters. Die generelle Höhenströmung war aus SSW. Das sieht man an der Bewegung der vielen schwachen Radarechos. Das Gewitter zog aber in der stärksten Phase in Richtung ENE, bog also nach rechts ab. Diese Rechtsbewegung wurde durch die starke Eigendynamik des Gewitters erzeugt.


Aus dem Geschäftsbericht der Gebäudeversicherung Luzern von 1998:

Ein Hagelunwetter von kaum je erlebter Heftigkeit ging am 21. Juli 1998 über die Stadt Luzern und Teilen der Agglomeration nieder. Innerhalb weniger Minuten richteten zwetschgengrosse Hagelkörner, der böenartige Sturmwind und Überschwemmungen an Gebäuden, Autos und Gärten riesige Schäden an. Der Hagelzug, der sich von Schwarzenberg und Malters über Kriens, Horw und Luzern bis nach Meggen und Adligenswil erstreckte, führte zum grössten Elementarschadenereignis, welches die Gebäudeversicherung des Kantons Luzern je zu bewältigen hatte. Hagelkörner in der Grösse vergleichbar mit Baumnüssen und Zwetschgen, liessen auf Aufprallgeschwindigkeiten von über 100 km/h schliessen. Windböen sorgten dafür, dass auch vertikale Gebäudeflächen nicht verschont blieben. Der Schaden für die Gebäudeversicherung des Kantons Luzern belief sich auf über CHF 70 Millionen. Beinahe 10'000 Gebäude wurden beschädigt.

Vom Hagel am stärksten betroffen waren die Stadt Luzern, Kriens und Schwarzenberg. In diesen Kernzonen wiesen 49% aller Gebäude Beschädigungen auf. In der Randzone - den Gemeinden Malters, Horw, Meggen und Adligenswil - zog das Unwetter 27% der Gebäude in Mitleidenschaft. Das übrige Kantonsgebiet wurde vom Ereignis nur noch leicht gestreift.

Die Schadenbilder zeugten von der ausserordentlichen Heftigkeit der Naturgewalt: zerstörte Sonnenstoren und Dachflächenfenster oder Glas-Vordächer, zerfetzte Flachdächer, zerschlagene Ziegel, zerbeulte Blecheinfassungen. Aber auch an Fassadenflächen tobte sich die zerstörerische Gewalt aus. Folgeschäden entstanden durch entwurzelte oder geknickte Bäume und verstopfte Abläufe.
Quelle: http://www.kgvonline.ch/ereignisse.asp?p=52&e=21


Über die Beziehung Hagelfall - Gebäudeschäden: Fallstudie "Luzern-Hagelsturm" vom 21. Juli 1998
(H.-H. Schiesser, R. Hohl und W. Schmid, 1999)


12Z Sondierung von Payerne:
19980721 01 Hagelsturm Luzern Sounding Payerne 12Z.gif
© Bernhard Oker

Weitere Informationen zu diesem Hagelereignis:
http://www.wetterbild.de/wetterrevue/wetterwelten/fabienne/schwergewitter/schwergewitter.htm#_Toc60336521