20000607 01 suspected Tornado Wetzikon ZH

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Willi Schmid und Andreas Hostettler waren am Morgen des 7. Juni 2000 gerade daran, die durch ein zwei Tage zuvor stattgefundenes Tornadoereignis entstandenen Schäden in Wetzikon (ZH) zu begutachten, als sie um ca. 10 Uhr folgende Beobachtung machten:

Augenzeugenbericht von Willi Schmid

Wir begutachten die Schäden in der Umgebung der Garage. Plötzlich steigen am Horizont, in Richtung SE, Rauchschwaden auf. Ich denke an ein Feuer. Aber es ist keine kompakte Rauchwolke. Es sind eher Fetzen, welche sich aus dem Nichts zu bilden scheinen und nach schräg links aufsteigen. Diese Fetzen steigen immer höher und scheinen sich zu verwirbeln. Am Schluss steht da eine fast vertikale, rotierende Luftsäule und bewegt sich nach links, also etwa in Richtung NE. Ein Tornado vor unseren Augen??? Andi und ich denken, wir spinnen. Wo ist die Videokamera? Natürlich liegt sie in Andis Auto, auf dem Hintersitz. Ich spurte die 20 m zum Auto, grüble die Kamera hervor und renne zurück. Wie kann es anders sein. Der Wirbel ist fast verschwunden. Aber ein grauer Wolkensack, der ist noch sichtbar. Und dann steigen erneut Wolkenfetzen empor. Nun filme ich wie wild. Noch 2, 3x sind aufsteigende Fetzen sichtbar. Der Wolkensack ist noch einige Zeit erkennbar. Aber die schönste Phase, die haben nur unsere Augen gesehen.


Bildanimation (Standort Wetzikon, Blickrichtung ESE, Bildabstand 1s, Copyright Willi Schmid):
20000607 01 Tornado Wetzikon video1.gif
Die Sequenz entspricht 30 Einzelbildern bzw. 30 Sekunden.


Foto 1 (Copyright Andreas Hostettler):
20000607 01 Tornado Wetzikon Hostettler1.jpg


Foto 2 (Copyright Andreas Hostettler):
20000607 01 Tornado Wetzikon Hostettler2.jpg


Vermutlich handelte es sich um einen sog. Kaltluft-Tornado. Cumulus-Wolken, welche in der instabilen Kaltluftmasse in die Höhe schiessen, bewirken unterhalb der Wolke einen Sog, welcher sich zu einem Wirbel verstärken kann. Genau so wie das aus der Badewanne abfliessende Wasser anfängt zu rotieren. An jenem Morgen gab es Cumulus-Wolken, bevor sich immer schöneres Wetter durchsetzte. Auf dem Radar waren in der Ostschweiz noch kleine konvektive Regenzellen erkennbar.

Über Schäden von dieser Trombe ist bislang nichts bekanntgeworden. Daher ist ein unterkritischer Tornado möglich (F-1, F-2).