20010531 01 Funnel Volketswil

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Am 31. Mai 2001 gab es in der Schweiz verbreitet Gewitter. Die einzelnen Zellen wanderten mit grosser Geschwindigkeit ostwärts. Eine dieser Zellen bildete sich um ca. 13.30 Uhr bei Birmensdorf nahe bei Zürich. Sie zog rasch über den Üetliberg und die südlichen Teile der Stadt:

Radaranimation: anim_010531_nah.gif


Vom Hönggerberg und der MeteoSchweiz aus wurde ein markanter Inflow-Tail fotografisch festgehalten. Der Aufwindschlauch bildete sich am Osthang, d.h. im Lee des Üetlibergs. Es folgen einige Bilder aus den beiden Richtungen sowie eine Bildfolge vom Hönggerberg, aufgenommen im Zeitraum 13.50 Uhr - 13.55 Uhr Lokalzeit.

Bild 1 (Copyright Willi Schmid): IM000093.JPG
Bild 2 (Copyright Willi Schmid): IM000094.JPG
Bild 3 (Copyright Willi Schmid): IM000095.JPG
Bildfolge (Copyright Willi Schmid): http://www.metradar.ch/de/archiv/archiv_010531/ift_010531.avi

Bild 4 (Copyright Andreas Hostettler): Inflowtail_31-05-01_Uetli.jpg
Bild 5 (Copyright Andreas Hostettler): Inflowtail2_31-05-01_Uetli.jpg


Radarbild 13.55 Uhr: 20010531_135400_0015_p12006.gif

Kurze Zeit später kam eine Meldung aus Volketswil (ZH) über die Sichtung einer Funnelcloud. Die Doppler-Radarmessungen zeigten keine Rotationssignatur. Es ist möglich, dass sich die Funnelcloud unter einer rasch wachsenden Cu-Wolke entwickelte, welche im Radar zunächst unsichtbar blieb. Der Standort Volketswil befand sich knapp ausserhalb des vorbeiziehenden Radarechos.

Radarbild 14.00 Uhr: 20010531_140000_nah.gif


Augenzeugenbericht von Philipp Ochsner aus Volketswil

Datum: 31.5.01
Zeit: 14.01 MEZ
Ort: Volketswil
Höhe: 500 Meter über Grund

Beschreibung:
Gestern, 31.5.2001, beobachtete ich unmittelbar über uns in Volketswil (Zentrum) von meinem Zuhause aus einen Tornado. Er wies keinen Bodenkontakt auf, war jedoch sehr gut als solcher zu erkennen. Erst war er waagrecht, dann stellte er sich innert Kürze senkrecht auf. F Stärke 0-1. Das Schauspiel dauerte ca. 3 Minuten. Die Zugrichtung dieses extremen Gewitters war von Zürich nach Ost, wobei wir nur gestreift wurden. Offensichtlich hatten wir es mit einer Superzelle des kleineren Typs zu tun.

Es war DEUTLICH Rotation erkennbar. Diese war im Gegenuhrzeigersinn wenn man in die Höhe in den Wirbel blickt. Wenn ich mir das im Geiste nochmals betrachte sehe ich wie er hin und her tanzt. Einmal legte er sich fast waagrecht hin, dann stellte er sich wieder senkrecht auf. Ich verlor leider nach ca. 2 -3 Minuten den Sichtkontakt.

Der Schlauch war lang und dünn. Ich fürchtete dass es allenfalls einen Bodenkontakt geben konnte. der Wind bei uns kam aus allen Richtungen. Stark. Nach meinen Erkenntnissen gibt es keine Schadensmeldung. KEIN BODENKONTAKT (Gott sei Dank).


Die Augenzeugenbeschreibung lässt eine Funnelcloud mit antizyklonalem Drehsinn vermuten!