Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

20010802 01 Funnel Winterthur

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Augenzeugenbericht von Andreas Hostettler

Funnel vor dem Mond

Etwa um 23.40 sitze ich auf meinem Balkon in der schwülen Suppe nachdem ich die letzte Stunde zwischen Forum und Radar hin und her zappte; eigentlich bereit zum Ausrücken mit Kamera..., aber eben es sah zu wenig verheissungsvoll aus!

also, ich sitze so da und betrachte den Mond, als es plötzlich leicht zu regnen anfängt, nichts besonderes... aber dann plötzlich sehe ich vom Mond erleuchtet klar einen hellen Schlauch! Zuerst denke ich an einen Kondensstreifen eines Flugzeugs, da die Perspektive anfänglich nicht klar ist. Das Gebilde zieht in der Folge aber genau vor den Mond, und da hauts mich fast um: eindeutig ein sehr langer dünner Funnel der aus dem hochbasigen Cumuli raushängt!

Ich renne zurück ins Zimmer, hole meine Digicam raus - die ich sicher 2 Monate nicht mehr gebraucht habe- und halte drauf los; aber in der Hitze des Gefechts, bringe ich nichts drauf; vergesse auf low light zu switchen! Ich glaube es nicht ..., als ich die Einstellung endlich auf die Reihe kriege, ist das Gebilde verschwunden, obwohl noch eine tubaähnliche Ausbuchtung erkennbar ist.

Ein Echo war auf dem ETH-Radar in der schwächsten Stufe vorhanden, aber die Zelle war absolut minimal. Ich sah nicht mal die Form eines Cumuli, das Ding kam einfach aus der Wolke, die recht hochbasig erschien! Die vertikale Erstreckung war beachtlich, ich schätze mehrere hundert Meter; Bodenkontakt konnte ich von meiner Position aus keinen ausmachen; nehme auch nicht an das es das gegeben hat; es handelte sich kaum um eine "normale" Trombe. Drehbewegungen konnte ich auch keine ausmachen. Aber es war definitiv kein Wolkenfetzen! Das ganze war etwa 1.30 Minuten sichtbar.