20020831 01 Starkniederschläge Östliche Voralpen: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 16. Dezember 2013, 16:02 Uhr

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Pünktlich zum Ende des meteorologischen Sommers kam es v.a. entlang der nördlichen Voralpen der Zentral- und Ostschweiz zu recht stationären und intensiven Gewittern mit teils beachtlichen Regenmengen. Diese führten zu zahlreichen Überschwemmungen und Erdrutschen. In Lutzenberg (Appenzell) wurde mitten in der Nacht ein Haus durch einen Erdrutsch verschüttet; drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden.

http://www.sturmforum.ch/showthread.php?id=538
http://www.grenzwetter.de/Chasings_2002/31_08_2002/31_08_2002.html
http://www.metradar.ch/de/archiv_020831.php
MRS_20020831_summe_korr.gif

Radarsumme ETH Radar:
20020831 01 Starkniederschlaege Oestliche Voralpen Regensumme ETHRad.gif
© Bernhard Oker / meteoradar

Studie des BWG zu den oberflächennahen Rutschungen:
http://www.wsl.ch/hazards/images/rutschungen2002.pdf
Anhang:
http://www.wsl.ch/hazards/images/anhang_na.pdf


In Zusammenhang mit diesen Extremniederschlägen wurde das bestehende Unwetterwarnsystem der Schweiz in der Sendung MTW kontrovers diskutiert: http://www.meteoradar.ch/de/kunden/20020919_sfdrs_mtw.html


Aus dem Spezialwetterbericht der Meteo SFDRS (Quelle: http://www.sfdrs.ch/system/frames/highlights/meteo/index.php und im Archiv dann den 01.09.2002 auswählen):

Mesoskalige Wellenbildung an der Kaltfront löste Hochwasser aus

Nachdem gestern tagsüber eine Gewitterline (Konvergenz) vor der Kaltfront lokal kräftige Gewitter auslöste, sorgte die nachfliessende kühle Luft nur westlich der Reuss für abnehmende Niederschlagsintensität. Zwischen der Limmat, dem Bodensee und dem Allgäu blieb die feuchtlabile Luft noch länger stationär liegen. An der Kaltfront entstand eine sogenannte "Welle". Hier strömte einige Stunden lang am selben Ort Warmluft gegen die heranrückende Kaltluft an. Dieser Gegenstrom löste genau über dem Appenzell Starkregen aus. Lokal gabs hier zwischen 19h00 und Mitternacht um 150 Liter Regen/Quadratmeter (Wald, AR). Erdrutsche und Vermurungen wurden ausgelöst. Leider waren auch Todesopfer zu beklagen. Die Auswirkungen im Überblick (sda/ap/SF DRS):

  • In allen 13 Gemeinden des Appenzeller Mittel- und Vorderlands sowie in den Hinterländer Orten Urnäsch und Hundwil kam es in der Nacht zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Es gingen rund 1000 Schadensmeldungen ein.
  • Rund 50 Personen wurden evakuiert, 32 davon in Lutzenberg
  • Lutzenberg: Um etwa 3.30 Uhr wurde ein Haus durch einen Erdrutsch verschüttet, drei Personen konnten nur noch tot geborgen werden.
  • Sechs weitere Häuser kamen in Lutzenberg ins Rutschen
  • Auch im Kanton St. Gallen gab es Unwetterschäden. Das Toggenburg sowie sämtliche Gemeinden zwischen St.Gallen und Altstätten im Rheintal waren betroffen. Zahlreiche Strassenstücke mussten geräumt und ungezählte Keller ausgepumpt werden. In der Stadt St. Gallen standen mehrere Strassen unter Wasser.
  • In Bad Horn (TG) am Bodensee trat das Flüsschen Goldach nach Starkregen im Raum Goldach über die Ufer, es gab Stromausfälle. Die Seestrasse war wegen Überflutung gesperrt, die Bahnlinie Arbon - Rorschach wurde unterspült.
  • Die Niederschläge liessen Sitter und Thur anschwellen. Die Sitter verzeichnete un 4 Uhr bei St. Gallen einen Durchfluss von 600 Kubikmetern Wasser pro Sekunde; normal sind etwa 15 Kubikmeter.
  • Westschweiz: Im Kanton Freiburg mussten die Feuerwehren von Givisiez, GrangesPaccot, Marly und St.Ursen etwa 30 Mal ausrücken. In Freiburg und St. Ursen waren auch Strassen zu räumen.
  • Die Gleise der Bahnstrecke Luzern-ArthGoldau wurden unterspült. Betroffen ist der Abschnitt zwischen Immensee und Küssnacht a. Rigi.