20070119 02 Rotorwind Wasserauen

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Bild: Kantonspolizei Appenzell Innerrhoden

Appenzell / Wasserauen: Infolge des heftigen Sturmes entgleiste am Freitagvormittag 19. Januar 2007 eine dreiteilige Zugskomposition der AB Appenzeller Bahnen zwischen Schwende und Wasserauen.

Die um 10:20 Uhr aus dem Bahnhof Wasserauen ausfahrende Zugskomposition wurde wegen dem Sturm Kyrill etwa nach 200 Meter Fahrt aus den Schienen geworfen. Dabei kippte der Steuerwagen ABt 133 auf die Hauptstrasse Schwende-Wasserauen. Der mittlere Wagen geriet in Schieflage und der schwere Triebwagen BDe 4/4 33 "Gonten" blieb standfest auf den Schienen.

Zum Zeitpunkt des Ereignisses befanden sich ausser dem Lokführer keine Personen im Zug. Verletzt wurde niemand. Es entstand Sachschaden von mehreren hunderttausend Franken.

Quelle: bahnonline.ch


Weitere Bilder:
http://polizeinews.ch/page/6621/6


Medienverweise:
SF Schweiz Aktuell vom 19.01.2007

SF Tagesschau vom 19.01.2007

Radio Top Audio-Beitrag vom 19.01.2007


Kyrill: Wind-Kreisel muss mit über 200 km/h gewütet haben

Es waren kreisende Winde, die mit gigantischer Wucht einen Zug von den Schienen fegten. Jörg Kachelmann will künftig vor dem lokalen Wetterphänomen warnen.

Der Steuerwagen, den Sturm Kyrill am Freitag in Wasserauen aus den Schienen geworfen hat, steht jetzt beim Depot der Appenzeller Bahnen (AB) in Gais. Gestern haben Versicherungsspezialisten den Schaden untersucht. «Wir schätzen ihn auf eine halbe Million Franken», sagt Roger Wenk, Leiter Rollmaterial der AB. Wie der Steuerwagen von den Schienen geblasen werden konnte, ist für die Verantwortlichen schwer nachvollziehbar.

Zum Zeitpunkt des Unglücks wurden Winde von über 100 km/h gemessen. «Das reicht nie, um 20 Tonnen aus den Schienen zu werfen», sagt AB-Mediensprecher Hanspeter Müller. Deshalb wurde der Meteorologe Jörg Kachelmann eingeschaltet. Kachelmann kennt die speziellen Verhältnisse in Wasserauen. «Hier gibt es das seltene Phänomen von sehr starken Rotoren», so Kachelmann.

Dabei wird eine riesige Menge Luft ins Tal geweht und in Rotation versetzt. Die so genannten Laseien-Rotoren können lokal zwischen 150 und 250 km/h erreichen. «Beim Unfall müssen es über 200 km/h gewesen sein», schätzt Kachelmann. Dieses Phänomens wegen wird er künftig auf www.meteocentrale.ch separat die Warnregion Wasserauen einführen.

Quelle: 20min.ch


Weitere Medienberichte:
http://www.bahnonline.ch/phpkit/include.php?path=content/news.php&contentid=9914
http://www.appenzell24.ch/page/6108/3
http://www.appenzell24.ch/page/9012/7?propose=do#propose !!!
http://www.20min.ch/news/stgallen/story/19024555
http://www.20min.ch/news/stgallen/story/31138836
http://www.laseyer.ch/fileadmin/user_upload/Appenzeller_Tagblatt_-_Laseyer_270716.pdf

Sturmforum:
http://www.sturmforum.ch/showthread.php?id=4682
http://www.sturmforum.ch/showthread.php?id=4663


In der Region Wasserauen hat ein besonders heimtückischer Sturmwind, der "Laseier", mehrmals schon Wagen der Appenzeller Bahnen umgeworfen, darunter sogar tonnenschwere Steuerwagen.

Bekannt ist auch ein Zwischenfall aus dem Jahre 1984, wo der Triebwagen ABt 62 vom berüchtigten "Laseier" (auch "Lasayerpötscher" genannt) umgeworfen und leicht lädiert wurde:
http://www.seak.ch/Ftxt_125j_ab_3.htm


Theorien zum Laseier-Rotor:
http://www.sf.tv/sfmeteo/wwn.php?id=200704261244

Seit diesem Ereignis vom 19. Januar 2007 stellen die Appenzeller Bahnen bei drohendem Weststurm ("Laseyer") zwischen Weissbad und Wasserauen auf Busbetrieb um.
Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Sturmtief-Alexander-fuehrt-zu-Hochwasser/story/25180052