20070608 02 Unwetter Napf

Aus Schweizer Sturmarchiv
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10vor10 TV-Beitrag


Augenzeugenbericht von Martin Schüpbach aus Huttwil/Eriswil (BE)

An diesem Freitag hatte ich mich spontan dazu entschieden, an ein Konzert in Huttwil zu gehen. Um ca. 19.30 Uhr fuhr ich in Richtung Huttwil. Es war ein relativ dunkler Himmel zu beobachten, doch Regen war bis dahin keiner zu sehen! Um ca. 21.00 Uhr begann es in Huttwil leicht zu regnen.. nur grosse Tropfen waren zu erkennen, die Menge hielt sich aber in Grenzen.. ich bekam eine SMS von meinem Bruder in Eriswil, dort herrsche Weltuntergangstimmung. Ich konnte es kaum glauben, da die Sonne in Huttwil teilweise noch schien. Da ich ein wenig Wetter angefressen war, fuhr ich mit dem Auto auf eine Anhöhe um einen besseren Blick zu ergattern. Was ich dort sah erstaunte mich. Folgendes bekam ich zu sehen:

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Sofort machte ich mich in Richtung Eriswil auf. Außerhalb von Huttwil begann es plötzlich heftig zu regnen. Bis 50m nach der Ortstafel waren es nur grosse Tropfen und von einem Meter zum anderen schüttete es wie aus Kübeln. Je weiter ich in Richtung Eriswil fuhr, desto heftiger wurde der Regen. Kurz vor Eriswil entschloss ich mich bei einer Garage Unterschlupf zu suchen um ein wenig zu warten bis der gröbste Regen vorbei war. Doch der Regen nahm nicht im geringsten ab, sonder eher noch zu. Das Wasser auf der Strasse nahm immer mehr zu, und auf einmal war kein Durchkommen mehr. Ein Auto versuchte es noch, doch nach wenigen Meter schwamm es förmlich auf der Strasse. Es war zu gefährlich durch diesen ,,Fluss,, zu fahren. So entschloss ich mich, die nachfolgenden Autos anzuhalten. Irgendeinmal rief mich mein Bruder an und was er erzählte machte mir wirklich Angst. Er berichtete von Autos, die die Strasse hinuntergespült wurden und von Menschen, die in ihren Häuser ausharren mussten. Und der Regen hörte einfach nicht auf. Ich glaube um ca. 23.00 Uhr oder später (genau weiß ich es nicht mehr, da ich komplett das Zeitgefühl verloren hatte) begann es endlich weniger zu regnen. Doch an ein Durchkommen war gar nicht zu denken. Das Wasser floss jetzt mit ca. 50-70 cm über die Strasse, auf einer Breite von gut 70 Metern. Also musste ich mir einen anderen Weg nach Eriswil suchen. In Huttwil war es nicht besser. Obwohl es dort praktisch keinen Regen gab, standen Strassen unter Wasser. Eine Eisenbahn wurde fast von den Wassermassen mitgerissen und 2 Menschen starben.

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Ich musste über Rohrbach, Auswil, Zell und Luthern einen Umweg fahren bis ich um ca. 00.30 Uhr in Eriswil ankam. Was ich dort vorfand zeriss mir fast das Herz. Der ganze untere Teil des Dorfes war verwüstet. Menschen liefen orientierungslos auf den Strassen umher und überall stank es nach ausgelaufenem Öl von den Heizungen. Überall war Chaos zu sehen, einfach schrecklich. Es ist sicher schwierig, sich das Ganze vorzustellen wenn man es nicht selber miterlebt hat. Am anderen Morgen sah man das ganze Ausmass dieser Katasrophe. Es sah gespenstisch aus!

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