Tornado vom 26.06.2020 in Hohenrain (LU)

Eine erste Auswertung der Schäden vor Ort durch Mitglieder der Tornado Taskforce Schweiz (kurz TTS) hat ergeben, dass der Tornado von Hohenrain eine knapp 2 km lange von NW nach SO gerichtete Schneise zog und dabei Sachschäden verursachte, welche mindestens der Stärke F1 nach Fujita zuzuordnen sind. Es grenzt an ein Wunder, dass nach weder Mensch noch Tier zu Schaden kam. Eine detaillierte Dokumentation und Schadensanalyse folgen hier in den kommenden Tagen. In diesem Zusammenhang nehmen wir weiterhin gerne Informationen und Bildmaterial aus der Bevölkerung über unsere Kontaktadresse Sturmarchiv email.png entgegen.

20200617 01 Flood Gunten BE

Aus Schweizer Sturmarchiv
Wechseln zu: Navigation, Suche

Quick Facts

Type of Event Flash Flood
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Gunten (BE), Horrenbach-Buchen (BE)
Time / Duration in the morning 02.30 - 03.30 UTC
Date 17.06.2020
Magnitude / Dimension > 30mm of rain in 1 hour
Damage Flooded streets and maedows
Fatalities -
Injuries -
Report Source Newspaper report, photos
Remarks -


Ereignis

In Gunten ist der Alebach am Mittwochmorgen etwa 500 Meter westlich des Dorfzentrums über die Ufer getreten und hat die Seestrasse völlig überflutet.
Holzstämme schwammen am Vormittag herum und auch die gesamte Seewiese beim Badhuus steht unter Wasser.
Gemäss Augenzeugen hat der Alebach in all den Jahren zuvor nie für ein Hochwasser in Gunten gesorgt.
Das sei das erste Mal,das er solchen Schaden anrichte.Die Seestrasse ist für sämtlichen Verkehr in beide Richtungen gesperrt.

In der Gemeinde Horrenbach-Buchen sind wegen des starken Regens mehrere Murgänge herunter gedonnert.
Die Kantonsstrasse Steffisburg wurde an mehreren Stellen von Schlamm und Steinen begraben und ist gesperrt.
Das Dorf Teuffenthal wurde vorübergehend von der Aussenwelt abgeschnitten.

Bilder

Überschwemmung in Gunten
20200617 01 Flood Gunten BE 01.jpg

20200617 01 Flood Gunten BE 02.jpg

20200617 01 Flood Gunten BE 03.jpg

20200617 01 Flood Gunten BE 04.jpg
© Leserreporter

Videos

© 🇩🇪 Fischer 🇩🇪




Kurzanalyse Christian Matthys

Zur Sturzflut in Gunten (BE) ein paar Gedanken:

Vermutlich gab es lokal grössere Regensummen als per Radar gemessen/berechnet im Bereich Aeschlen ob Gunten (hellblauer Punkt in der Grafik).
Bezüglich der Bodensättigung darf nicht vergessen werden, dass es im genannten Gebiet von 1.00 Uhr bis 4.40 Uhr stets leicht bis mässig geregnet hat. Ab 4.40 Uhr kam der Starkregen, um 5.30 Uhr die Sturzflut.

In diesem Zusammenhang ist es aber auch interessant, dass es bei den beiden nahegelegenen Bächen Guntenbach (im Osten, Nr. 2 in der Grafik) und Örtlibach (im Westen, Nr. 1 in der Grafik) keine oder kaum Probleme gab, obwohl es dort viel mehr Zuflüsse gibt.
Das meiste Wasser vom Berg oberhalb Aeschlen dürfte vermutlich in diese beiden Bäche resp. deren Schluchten geflossen sein.
Da es gemäss bisherigen Informationen in Aeschlen selbst noch keine Probleme gab (hier fliesst das Älebächli zum Teil noch unter dem Dorf durch), dürfte aber etwas anderes ursächlich für die Flut gewesen sein.

Wie in den sozialen Medien schon andere vermutet haben, könnte es eine temporäre Verklausung/Stauung irgendwo in der kleinen Schlucht nördlich der Klinik Schönberg (gelber Punkt in der Grafik) gegeben haben, welche sich dann plötzlich löste.
Interessant zu wissen wäre sicherlich die Dauer der Sturzflut unten am See und ob es mit einer plötzlichen Flutwelle kam oder einfach schnell aber stetig stieg.

20200617 01 Flood Gunten BE Karte.jpg
© Google 3D Maps

Messdaten

20200617 01 Flood Gunten BE raincard12H.jpg
Quelle: Meteoradar

Betroffene Gewässer

Alebach

Medienlinks

Diskussion im Sturmforum Schweiz:
Mi 17.06.2020 nachmittags Gewitterfront, starker Westwind

Interna

SSWD Main Editor Kaiko Last Edit 17.07.2020 Last Review - Documentation State Ready for Review