Geschichte

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Wie es dazu kam

Schweizer Sturmjäger der ersten Stunde und Mitglieder von TorDACH Schweiz (ehemaliges Kompetenzzentrum für lokale Unwetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz) dokumentierten ab dem Jahr 1997 systematisch lokale Unwetterereignisse und machten ihre Daten, Analysen und Schlussfolgerungen über eine Homepage erstmals der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Im August 2001 rief Dr. Willi Schmid (Atmosphärenphysiker und Gründer der Firma meteoradar gmbh) ein neues Wetterforum (Sturmforum Schweiz) ins Leben, welches sich bereits nach kurzer Zeit als wichtigste Kommunikations- und Informationsplattform zum Thema Wetter in der Schweiz etablieren konnte. Unwetterereignisse ab dem Jahr 2001 wurden fortan in entsprechenden Threads dokumentiert und diskutiert. Parallel dazu wurde auch vermehrt die damals im Entstehen befindliche Europäische Unwetter-Datenbank (ESWD) mit Ereignisdaten aus der Schweiz gefüttert.

Die Idee zu einer zentralen, übersichtlichen und auf MediaWiki basierenden Wissensplattform über Schweizer Tornados, Unwetter und Witterungsextreme kam mit der Erkenntnis auf, dass sich das erwähnte Forum für die systematische Erfassung und Vermittlung von Wissen als ungeeignet und unflexibel erwies. Wichtige Informationen gingen schnell in der Diskussionsflut verloren. Ein Crosslinking zwischen einzelnen Ereignissen und/oder Zeitabschnitten war nur erschwert realisierbar. Und ein chronologischer und kategorischer Überblick fehlte komplett. Ein Forum ist eben ein Forum und erfüllt damit hauptsächlich den Zweck des gegenseitigen Austausches.

Als Antwort darauf wurde im Frühjahr 2007 nach längerer Vorbereitungszeit das « Sturmarchiv Schweiz » offiziell zum Leben erweckt.

Milestones

28.10.2014: Neu ist für den Inhalt neben Christian Matthys auch Kai Kobler verantwortlich
07.10.2012: Neues Logo (2.0)
21.03.2012: Einführung des dreistufigen QualityCheck-Prozesses
28.03.2007: Inbetriebnahme der Website Sturmarchiv Schweiz

Klassifizierung / Filter

Als Unwetter werden im allgemeinen Sprachgebrauch extreme (oft seltene, lokal wirkende) Wetterereignisse mit hohem Schadenspotential bezeichnet. Im « Sturmarchiv Schweiz » werden aber nicht nur Unwetter, sondern auch andere spektakuläre Wetterphänomene geführt, welche keine Gefahr darstellen - beispielsweise Staubteufel, Horseshoe Vortices, Funnelclouds, Red Sprites, usw.

Jedes Ereignis wird (unabhängig von dessen QC-Status => Erklärung siehe weiter unten) einer der folgenden Kategorien zugeordnet:

Wind

  • Tornados
  • Trichterwolken (= Funnelclouds)
  • Lokale Stürme
  • Regionale Stürme

Niederschlag

  • Hagel
  • Schnee
  • Fluten
  • Trockenheit

Temperatur

  • Hitze
  • Kälte

Blitzphänomene

  • Blitzphänomene

Innerhalb der jeweiligen Kategorie gibt es weitere Unterteilungen, welche die Art eines Ereignisses genauer beschreiben (z.B. Kleintrombe, Downburst, etc.).

Wie folgt einige Beispiele von Ereignissen/Phänomenen, welche für das « Sturmarchiv Schweiz » nicht relevant sind und daher nicht erfasst werden:

  • Hagel mit Korndurchmesser < 2cm oder nicht geschlossene (kleinflächige) Hagelschicht von geringer Mächtigkeit (z.B. Hagelansammlungen aufgrund von Zusammenfliessen)
  • Graupel (sofern es keine geschlossene Graupelschicht > 2 cm gibt)
  • Gewitterzellen (inkl. Superzellen) als solche
  • kleinere Gewitterschäden wie einzelne umgestürzte Bäume, einzelne hochgehende Bäche, etc.
  • atmosphärische Lichterscheinungen wie Polarlichter, Halos, Sonnenfinsternisse, leuchtende Nachtwolken, etc.
  • seltene oder spektakuläre, aber ungefährliche Wolkenphänomene wie "Hole-Punch Clouds", Kelvin-Helmholtz-Wellen, etc.
  • nicht wetterbedingte Naturkatastrophen wie Bergstürze, Erdbeben, Meteoriteneinschläge, etc.

Dokumentationsstatus

Jede Dokumentation eines Ereignisses durchläuft die Stati "Draft", "Ready for Review" und "Reviewed". Im Kapitel "Interna" am Schluss jeder Ereignisseite ist ersichtlich, in welchem der drei Stati sich die Dokumentation aktuell befindet und wer sich für sie hauptsächlich verantwortlich zeichnet.

Verifikation / Qualitätskontrolle

Die nachfolgend beschriebene Qualitätskontrolle wurde am 21.03.2012 eingeführt und seither konsequent angewandt. Ereignisse vor dem 21.03.2012 werden nach und nach anhand des neuen Prozesses aufgearbeitet resp. verifiziert.

Grundsätzliches:
Jedes Ereignis gilt solange als Verdacht, bis belegbare Beweise für dessen Existenz vorliegen (z.B. Foto-/Videodokumente, Wetterdaten) oder die Gesamtzahl an Hinweisen überzeugend ist (z.B. Ergebnisse einer Schadensanalyse und/oder glaubhafte Augenzeugenaussagen, etc.).

Bei der Qualitätskontrolle des « Sturmarchiv Schweiz » werden (analog der ESWD) folgende Stufen/Stati durchlaufen:

"QC0": Meldung ungeprüft (= allgemeiner Verdachtsfall) oder wenig plausibel
"QC0+": Meldung plausibel (= Verdacht nachvollziehbar, aber nicht bestätigt)
"QC1": Meldung bestätigt/verifiziert/zutreffend