Der Sommer 2021 in der Schweiz ist geprägt von Unwettern: Hagel, schwere Gewitterfallböen, Starkniederschläge, Sturzfluten, Hochwasser, Erdrutsche, etc.

Zur Analyse und Dokumentation dieser Ereignisse sind wir auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen. Sollten Sie aussagekräftige Fotos oder Videos gemacht haben, entweder von den Unwettern selbst oder von den Folgen, dann senden Sie eine Email an folgende Adresse: Sturmarchiv email.png. Bei allfälliger Veröffentlichung hier oder via Twitter werden wir selbstverständlich die Urheberrechte wahren.

Bitte bringen Sie sich nicht in Gefahr, behindern Sie nicht die Arbeit von Blaulichtorganisationen und respektieren Sie die Privatsphäre von anderen Personen.

19250215 02 Storm Alpennordseite: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Schweizer Sturmarchiv
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 68: Zeile 68:
  
 
== Ursachen- und Ereignisanalyse / Messdaten ==
 
== Ursachen- und Ereignisanalyse / Messdaten ==
 +
 +
 +
Eine Ereignisanalyse zu diesem Föhnsturm wurde durch Peter Stucki, Oeschger Centre for Climate Change Research and Institute od Geography, University of Bern veröffentlicht:
 +
* [http://journals.ametsoc.org/doi/pdf/10.1175/BAMS-D-14-00041.1 Dynamical Downscaling and Loss Modeling for the Reconstruction of Historical Weather Extremes and Their Impacts A Severe Foehn Storm in 1925]<br/><br/>
  
 
   
 
   

Version vom 19. Februar 2017, 17:05 Uhr

Quick Facts

Type of Event Foehn storm
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location North of Alps
Time / Duration Long-time event
Date 15.02.1925
Magnitude / Dimension >130 km/h
Damage -
Fatalities -
Injuries -
Report Source Historical reports, postcards, data from official weather stations
Remarks Dimmerföhn


Ereignis

Auszug aus dem Neujahrsblatt, herausgegeben von der Naturforschenden Gesellschaft Zürich auf das Jahr 1926

"Der Föhnsturm im obern Teile des Zürichsees bot gestern Sonntag, 15. Februar, dem Freund von Wind und Wellen manches interessante, eindrucksvolle und zum Teil seltene Bild.
Der erste, lokalisierte Einbruch des Föhns erfolgte zirka 9 Uhr morgens über Etzel-Schindellegi; anfänglich schien er Richtung nach Nordwest nehmen zu wollen,
vor und oberhalb Stäfa, im Frauenwinkel und Gubel war der See noch ruhig, als es an der Bächau und vor Richterswil bis in die Mitte des Sees bereits Gischt warf.
Von 10-12 Uhr war die hauptsächliche Stossrichtung ziemlich direkt Süd-Nord, mit böigen Zwischenspielen und tobendem Aufruhr auf den farbigen Wellen.
Zu vier Malen konnte der Schreibende prächtige „Wasserträgeten" beobachten, Gischt- und Wasserhosen von ansehnlicher Höhe und Durchmesser,
die, etwas näher dem linken als dem rechten Ufer, Hunderte von Metern weit über die Wellen stoben.
(Mit dem Fernglas glaubte man eine Drehung der Gischtsäulen im umgekehrten Uhrzeigersinne feststellen zu können.)
Um 13 Uhr frischte der Wind nach langer Atempause auf und mag um 14½ Uhr seine maximale Kraft eingesetzt haben, diesmal in der allgemeinen Richtung Südost nach Nordwest (sog. Glarnerföhn)
Mit unheimlicher Wucht fauchte er denen, die ihm Front machten, ins Gesicht, und der aufgewühlte See, taubweiss über blaugrün,
mit breiten Wellenbergen von über 1 Meter Höhe bot auf dem ernsthaften Hintergrund der Rapperswiler Burg und des klotzigen Etzelberges ein überwältigendes Bild elementarer Wildheit und unverdorbener Heimatkraft.

Die mächtigen Wellen, die sich an den Haken -brachen, und die selbst die Tüchel verdutzten, warfen Spritzwogen über 10 und mehr Meter hin,
und wo die soliden Vorlagsteine fehlten, da wurden festgemachte Boote in scheinbar wettersichern Ecken erbarmungslos gefüllt und auf Grund gesetzt.
Am Land verschaffte der unbändige Kumpan da und dort den Glasern Arbeit und erprobte sich im Ausheben von Jalousieladen, Umwerfen von Zäunen usf.
Seit dem denkwürdigen Januartag vor Jahren, da der Etzelturm energisch und formlos über den Haufen geblasen wurde, hat der Föhn hier oben kein ähnliches, schönes Wind- und Wellenfest mehr abgehalten."

Auch im untern Seebecken bei Zürich kam der See in grössten Aufruhr.
Aehnlich wie am 5. Januar 1919 wurden gegen Mittag und später über die Quaibrücke und -mauern mächtige Wasserwogen geworfen, welche die Passanten zeitweilig völlig durchnässten; die Temperatur stieg über 18° Celsius im Schatten.
Die zerstörende Gewalt des Wellenganges war an diesem Tage allerdings weitem nicht so stark, wie am 5. Januar 1919, da diesmal der See in einem Tiefstand sich befand.
Das Anemometer der Meteorologischen Zentralanstalt in 'Zürich zeigte als grösste „Windgeschwindigkeit am Mittag mehr als 16 Sekundenmeter an.(58km/h)"

Ursachen- und Ereignisanalyse / Messdaten

Eine Ereignisanalyse zu diesem Föhnsturm wurde durch Peter Stucki, Oeschger Centre for Climate Change Research and Institute od Geography, University of Bern veröffentlicht:




19250215 02 Storm Alpennordseite Druckkarte.jpg
© Wetterzentrale

Schäden

Kanton St.Gallen

Kanton Appenzell

„Im Appenzellerland führte der Südostwind schon seit Samstagabend, 14. Februar, das Regiment mit einer sturmartigen Heftigkeit, die dem Orkan vom Januar 1919 nichts nachgab.
Am Sonntag früh zwischen 4 und 7 Uhr erreichte die Windstärke den Höhepunkt.
Die Häuser wurden durch die gewaltigen Windstösse geradezu erschüttert; zahlreich stürzten die Dachziegel auf die Strasse.
Die elektrische Beleuchtung war Sonntag morgens 4 Uhr unterbrochen; mit grossem Unbehagen erwartete man die Tageshelle.
Der angerichtete Schaden ist gross. Im Dorf Appenzell ist kaum ein Haus, das nicht mehr oder weniger beschädigt ist.
Vor allem sind die Ziegeldächer überall aufgerissen, Fensterscheiben zertrümmert, Dutzende von Kaminen eingestürzt und Garten-und Feldbäume entwurzelt.
Der Oberbau des neuen Scheibenstandes ist vollständig vom Erdboden verschwunden und das grosse Kamin der Ziegelei Buschauer bis zur Hälfte abgebrochen.
Die Bezirksstrasse nach Kau, welche teilweise durch Waldgebiet führt, ist kreuz und quer mit Tannen belegt."

Quelle: Die lokalen Winde am Zürichsee von Hans Frey, Küsnacht

Wo ist der Gaden hingekommen? Niedergelegt wurde er am Sonntag, 15. Februar 1925 von einem verheerenden Föhnsturm, der in der ganzen Schweiz,
vor allem aber im Appenzellerland zu ausserordentlich schweren Schäden an Gebäuden und in den Waldungen führte.
Ueli Alder bestätigt dies, sein Vater und dessen Bruder und noch zwei Männer vom Strüssler seien zum Schadenplatz auf der Hinteren Blattendürren geeilt, um das Vieh zu retten, das unter dem eingestürzten Gebälk eingeklemmt war.

Medienlinks

Interna

SSWD Main Editor Kaiko Last Edit 29.01.2017 Last Review - Documentation State Draft