20090727 01 Downburst Egolzwil

Aus Schweizer Sturmarchiv
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Quick Facts

Type of Event Wet Microburst
Verification State QC1
ESWD Not reported
Location Ohmstal (LU), Egolzwil (LU), Schötz (LU), Zell (LU), Sursee (LU)
Time / Duration 19.40 - 20.20 UTC
Date 27.07.2009
Path direction west to east
Path length -
Magnitude / Dimension locally wind gusts of 110 - 130 km/h
Damage trees downed, blocked streets
Fatalities -
Injuries -
Report Source Data from weather stations, reports in a weather forum, photos
Remarks -
General weather situation WZ - Westlage, in Mitteleuropa überwiegend zyklonal trocken-warm


Ereignis

Starker Downburst zwischen Ohmstal und Zell (LU)
Die in der Nähe liegende Wetterstation Egolzwil zeichnete eine Böe von 115 km/h auf.

Die Cloud Top Temperature unseres Gewittersturms am Napf war zeitweise < -63°C (dürfte um die 13-14km Cloud Top Height bedeuten).

Quelle: http://www.chmi.cz/

Offenbar waren wir genau im stärksten Downdraft der Gewitterzelle, welche zwischen 21.30 Uhr und 23 Uhr durchs Mittelland zog!
Ein Corepunch der Extraklasse war das!

Wir (Gregory, Christian, meine Schwester und ich) platzierten uns auf einem uns bekannten Spotterplatz nördlich des Napf, irgendwo zwischen Ohmstal (LU) und Zell (LU).
Wir parkierten unsere Autos auf einem Feldweg in einiger Entfernung von den nächsten Bäumen. Bald schlugen die CG's rund um uns herum ein.
Eine solche Anzahl naher CG's in so kurzer Frequenz habe ich selten erlebt (wenn überhaupt). Draussen war man definitiv nicht mehr sicher!
Im Auto sitzend, das Fenster halb offen, hörten wir plötzlich ein Rauschen, welches näher kam.
Kurz darauf sahen wir uns inmitten eines atemberaubenden White-Outs, das Auto wackelte.
Der Regen vermischt mit Kleinhagel donnerte gegen die Karosserie und die Scheiben und im Licht der Scheinwerfer konnte man wirklich gar nichts mehr erkennen.
Es war einfach nur noch WEISS und nochmals WEISS..
Zusammen mit dem pausenlosen Geflackere erinnerte mich das an jenes Erlebnis in den USA, als wir von einem waschechten MCV gecorepuncht wurden.
Nach ca. 5 bis 10 Minuten war das Gröbste vorüber, Wind und Regen liessen nach, aber es blitzte immer noch stark.

Als wir uns etwas später auf den Heimweg machten, fuhren wir an einem Weiler vorbei (keine 500 Meter von unserem Standort), wo der Wind drei oder vier massive Obstbäume geknickt hatte.
Mindestens einer von ihnen sah vom Stamm her noch gesund aus. Da müssen also enorme Kräfte gewirkt haben.
Auch überall auf dem Weg runter ins Tal lagen kleinere und grössere Äste herum.
Wenn man auch noch den Bericht von fish hört (umgestürzte Bäume in der Region Sursee), dann bin ich mir eigentlich fast sicher, dass dort im Raume Willisau - Sursee ein Downburst niedergegangen sein muss.

fish meldet: Nochmal was zu den Winden am Sempachersee: Die Autobahn zwischen Sempach und Sursee wird gerade gereinigt.
Massenhaft kleinere Äste und Laub auf der Autobahn. Die Hauptstrasse direkt am See sieht mehr wie ein Waldboden als eine Strasse aus.
10 km Luftlinie weiter nach NO ist zwischen Mosen und Schwarzenbach die Strasse gesperrt - umgestürzte Bäume. Hat jemand Windwerte aus dieser Gegend?

Die gemessenen gut 115km/h in Egolzwil sind heftig :shock: Egolzwil wahr genau in der Zugrichtung der Gewitterzelle die uns oberhalb von Ohmstal erwischt hat.
Da unser Standort vermutlich Exponierter wahr als Die Wetterstation und die Zelle über uns noch kräftiger wahr dürften die Böen noch etwas über den gemessenen 115km/h liegen!
Das bedeutet das wir Richtige Orkanböen hatten.

Schäden

Fotos von den geköpften Bäumen zwischen Ohmstal (LU) und Zell (LU):







© Christian Matthys

Radarbilder

21:55 MESZ:

22:00 MESZ:

© Meteoradar

Messdaten

Egolzwil: 115 km/h!

Luzern:

Mosen:

Cham:

Quelle: MeteoSchweiz

Videos

© SevereStorms



Medienlinks

Diskussion im Sturmforum Schweiz:
Gewitter am 27.07.2009

Interna

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