19120719 01 Tornado Schoenenbaumgarten TG

Aus Schweizer Sturmarchiv
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https://www.essl.org/media/pdf/Wegener1917/Kapitel03-04.pdf

In den Mitteilungen der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft (Nr. 20) steht geschrieben:
ie setzte ca. 500 m westlich vom genannten Dorfe [Schönenbaumgarten] ein; machte sich am Boden durch eine kugelförmige, grauschwarze Erscheinung bemerkbar,
aus welcher ein säulenförmiger Wolkenschlauch herauswuchs und „pustend wie eine Lokomotive“ sich bis zu den Wolken verlängerte.

Der Tornado hinterliess eine 1 km lange, unterbrochene Schneise, welche er in 2 Minuten durchlief, mit umgestürzten Bäumen, die teilweise komplett entastet wurden. Die Zuggeschwindigkeit betrug also ca. 30 km/h.
Die Schneise besteht aus drei getrennten, parallel verlaufenden Streifen, von denen jeder einen schmalen, scharf abgegrenzten Strich intensivster Zerstörung und einen ca. dreimal breiteren Rand unbedeutender Schädigungsspuren aufweist.
Die maximale Windgeschwindigkeit wurde nachträglich auf 220 bis 250 km/h geschätzt.
Der Tornado trat um ca. 20:15 Uhr auf.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Seerücken

19120719 01 Tornado Schoenenbaumgarten TG Skizze.jpg

Quelle: Mitteilungen der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft (Nr.20)

Schneise 1:
- Gras wurde dem Boden eben gestrichen
- Baumkronen wurden zerrissen
- ganze Bäume umgelegt
- Stämme wurden abgeschält
- Länge der Schneise beträgt 200 m
- letzter Baum der Schneise weist die grössten Schäden auf (abgerissene Rinde)

Danach verlieren sich die Schäden in einem „Tobel“ und kommen erst auf der anderen Seite etwas rechts versetzt von der Zugrichtung wieder zum Vorschein.

Schneise 2:
- ein Reihe von "schönen" (stattlichen) Bäumen wurde umgeworfen
- zwei Bäume wurden aus dem Boden ausgerissen und fortgetragen
- Länge der Schneise beträgt 230 m
- erster Baum der Schneise weist die grössten Schäden auf (abgerissene Rinde)

Schneise 3:
- 2 Bäume wurden umgeworfen
- der Kamin eines Wohnhauses wird beschädigt
- kurze Schneise

Die Äste waren von oben nach unten abgerissen, wie wenn Männer sich daran gehängt hätten und das Zerstörungswerk gewalttätig besorgt hätten.
Mit den Ästen wurde auch die Rinde nach unten gerissen, so dass zwei der Bäume (B6 und B7) kahl wie geschält dastanden.
Die Überreste waren Strünke mit nadelscharfen Splittern nach oben.
Beim Baum B6 ist noch auf die merkwürdige Situation aufmerksam zu machen, dass die Äste um den Stamm herum liegen geblieben sind und zwar mit dem Blätterwerk gegen den Stamm gerichtet.
Die Bäume B3, B8 und B16 liegen senkrecht zur Achse, zwei rechts und einer links. Bei B10 ist die Westhälfte der Krone entästet, B11 und B12 sind unversehrt geblieben.


Weitere Informationen:
http://www.extremwetter.ch/wetterextreme.htm